Jürgen Klopp wird um 11 Uhr als neuer Bundestrainer vorgestellt - und gleichzeitig macht der Deutsche Fußball-Bund eine weitere Personalie fix. Per Mertesacker wird nach Informationen von ntv/RTL/Sky die Nachfolge von Andreas Rettig als Geschäftsführer Sport antreten. Sein offizieller Dienstbeginn wird der 1. Januar 2027 sein, Rettig wird ihn bis Ende des Jahres einarbeiten.
Mertesacker wird einen langfristigen Vertrag erhalten. Gespräche über eine gemeinsame Zusammenarbeit zwischen DFB und dem Weltmeister von 2014 gab es bereits seit 2024, nun kommen beide Parteien zusammen. Der 63 Jahre alte Rettig wollte seinen Vertrag - unabhängig vom frühen WM-Aus im Sechzehntelfinale - nicht verlängern.
Vor dem WM-Finale hatte Mertesacker im ZDF einen Einblick in die Gespräche gegeben: "Man muss dem DFB eins lassen: Der Kontakt zu mir ist irgendwie nie abgerissen. In der letzten Woche ist nochmal ein bisschen Dynamik reingekommen. Wir unterhalten uns sozusagen. Aber es gibt noch nichts zu verkünden."
Das ist nun anders. Der 41-Jährige wird seinen neuen Job mit Vorschusslorbeeren antreten: "Er hat als ehemaliger Profi große internationale Erfahrung. Er hat immer gezeigt, wie gut er mit Menschen umgehen kann", hatte Uli Hoeneß ihn bereits vor Wochen in der "Bild"-Zeitung gelobt. "Und: Er würde es niemals des Geldes wegen machen, sondern weil es ihn reizt, mit seiner Leidenschaft etwas aufzubauen und voranzubringen. Genau diese Leute, die sich selbst hochgedient haben und bereit sind, hart zu arbeiten, brauchen wir jetzt." Der Ehrenpräsident des FC Bayern ist ja sonst eher für markige Töne bekannt.
Vom Mainzer Idol zum Bundestrainer Jürgen Klopp
Als Spieler war der gelernte Innenverteidiger in Deutschland für Hannover 96 und Werder Bremen aktiv ehe er zum FC Arsenal wechselte. Höhepunkt seiner Länderspielkarriere war der WM-Triumph 2014 in Brasilien. Nach dem Finale gegen Argentinien (1:0 n.V.) beendete er nach 104 Länderspielen seine DFB-Karriere.
Bis zum Ende der abgelaufenen Saison hatte Mertesacker beim FC Arsenal gearbeitet. Nach seiner Zeit als Profi übernahm er im Oktober 2018 die Leitung der Fußball-Akademie bei dem Klub, für den er sieben Jahre als Verteidiger gespielt hatte. Er habe 15 Jahre bei Arsenal "durchgekloppt", hatte Mertesacker gesagt und verkündet, er wolle "erst mal schön in den Urlaub und reflektieren". Doch allzu viel Zeit gönnte er sich und seiner Familie dafür nun doch nicht.

