Fußball

Keine Strafe in WM-Affäre? Beckenbauer nicht mehr vernehmungsfähig

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Franz Beckenbauer ist gesundheitlich offenbar sehr angeschlagen. Das sollen mehrere Atteste belegen.

(Foto: imago images / Sven Simon)

In der Schweiz läuft seit Jahren ein Verfahren gegen Franz Beckenbauer. Es geht um eine äußerst dubiose Millionenzahlung rund um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Einer möglichen Strafe scheint Beckenbauer aber zu entgehen - aus gesundheitlichen Gründen.

Franz Beckenbauer könnte aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme einer Strafe im Skandal um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 entgehen. Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, dass der damalige WM-Organisationsboss, der zuletzt einen Augeninfarkt eingeräumt hatte, von der Schweizer Bundesanwaltschaft nicht mehr einvernahmefähig sei. Verschiedene ärztliche Atteste sollen demnach belegen, wie derart angeschlagen der 73-Jährige aktuell ist.

Dass mögliche strafrechtliche Konsequenzen damit verjähren könnten, wie die "NZZ" schrieb, wollte die Bundesanwaltschaft auf Anfrage des Sportinformationsdienstes nicht kommentieren. Allerdings bestätigte die Behörde, dass "den beteiligten Parteien ihre Absicht mitgeteilt wurde, das Verfahren gegen den Beschuldigten Franz Beckenbauer abzutrennen und separat weiterzuführen".

Was ist mit den 6,7 Millionen Euro?

Neben Beckenbauer werden die früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach, der ehemalige Generalsekretär Horst R. Schmidt sowie der frühere Fifa-Generalsekretär Urs Linsi beschuldigt. Laut Bundesanwaltschaft geht es um den "Verdacht des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Geldwäscherei sowie der Veruntreuung". Für alle Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung. Zwanziger erklärte der Deutschen Presse-Agentur derweil, dass er gegen die Abtrennung vorgehen will. "Natürlich werden wir bei der Schweizer Bundesanwaltschaft diesem Abtrennungsersuchen massiv widersprechen", sagte Zwanziger. "Es geht nicht, dass ein Beschuldigter hier aus der Verantwortung gelassen wird."

Konkret geht es um 6,7 Millionen Euro, die 2005 vom deutschen WM-Organisationskomitee über die Fifa mutmaßlich an den früheren adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus überwiesen worden sind. Exakt diese Summe war drei Jahre zuvor offenkundig in Form von Vorleistungen von Beckenbauer und Louis-Dreyfus an den früheren Fifa-Skandalfunktionär Mohamed bin Hammam nach Katar geflossen.

Die Bundesanwaltschaft hatte das Verfahren bereits am 6. November 2015 eröffnet, bisher ist noch kein Fall zur Anklage gekommen. Bis Ende April 2020 muss allerdings ein erstinstanzliches Urteil des Bundesstrafgerichts in Bellinzona vorliegen, um die Verjährung zu vermeiden. Beckenbauer hatte sich 2016 und 2017 jeweils einer Herzoperationen unterziehen müssen und im vergangenen Jahr zudem eine künstliche Hüfte bekommen.

Quelle: n-tv.de, tno/sid/dpa

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