Fußball

Reggae-Rummel beim BVB Bolt brennt auf Fußball, Stöger bremst

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Energisch und motiviert: Usain Bolt im Training mit den Profis des BVB.

(Foto: dpa)

Niemand soll glauben, dass der Besuch von Usain Bolt bei Borussia Dortmund bloß ein PR-Gag ist: Die jamaikanische Sprintlegende will tatsächlich Fußballprofi werden - bei einem der ganz großen Klubs in Europa. Der BVB wird's aber wohl nicht.

Als Usain Bolt um 10.32 Uhr inmitten der Dortmunder Spieler den Rasen betrat, brandete lautstarker Applaus und Jubel der Fans auf. Er war tatsächlich gekommen: Bolt, der achtmalige Olympiasieger, der größte Sprinter der Leichtathlet-Geschichte, stand wahrhaftig auf dem Trainingsplatz im bitterkalten Dortmund-Brackel. Aus den Boxen dröhnte Reggae-Musik, im Publikum hingen Jamaika-Flaggen, und Bolt erzielte im Trainingsspiel sogar ein Tor. Der prominente Gast genoss seinen Auftritt beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund vor 1400 Zuschauern mit großem Spaß.

"Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, die Leute und das Team haben mich herzlich begrüßt und aufgenommen, sagte der 31-Jährige: "Ich habe schon viel gehört von den Fans hier, das war echt ein Erlebnis." Da störte es auch nicht weiter, dass Bolt längst nicht alles gelang. Die Bewegungen wirkten teils hölzern und unbeholfen. Auch der Ball wollte nicht immer so, wie es sich Bolt vorgestellt hatte.

Die Chinesen sind begeistert

Und dennoch: Alleine die Präsenz des Superstars, der denselben Ausrüster wie der BVB hat, sorgte für Spektakel - und das weit über den Trainingsplatz im Dortmunder Industriegebiet hinaus. Der BVB übertrug das Training live im Internet und erzielte eine riesige Reichweite. Allein in China schalteten 1,2 Millionen Nutzer ein, um dem schnellsten Mann der Welt beim Kicken zuzusehen. 137 Journalisten aus aller Welt hatten sich akkreditiert.

Bolts Traum ist eine zweite Karriere als Fußballprofi - doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Bolt und BVB-Trainer Peter Stöger wissen das. "Man sieht, dass er das Spiel versteht und Spaß hat", sagte der Österreicher: "Er ist talentiert. Aber wenn er sich im höheren Bereich durchsetzen will, ist noch einiges zu tun. Was ihm fehlt, ist die Mannschaftsarbeit. Das ist etwas, was er in seiner Sportart nicht hat." Auch Bolt gab zu, dass er noch Arbeit vor sich habe. "Ich muss fit werden. Beim Fußball dreht sich alles um die Abläufe auf dem Platz", sagte der Jamaikaner: "Die muss ich noch mehr verinnerlichen."

"Ich möchte zu einem Spitzenverein"

Aber Zweifel, dass es mit der Profikarriere vielleicht doch nichts werden könnte, hat Bolt nicht. "Ich will beweisen, dass mit harter Arbeit alles möglich ist", sagte er: "Ich möchte zu einem Spitzenverein in einer großen Liga. Egal, ob in Spanien, Italien, England oder Deutschland." Spielerisch möchte er sich dabei am schwedischen Superstar Zlatan Ibrahimovic orientierten. "Weil der verdammt gut, groß und ziemlich cool ist", sagte Bolt, der bereits am Donnerstag mit dem BVB trainiert hatte, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Die Dortmunder Profis und auch Trainer Stöger waren begeistert, wie bodenständig Bolt trotz aller Erfolge geblieben ist. "Er ist ein ganz angenehmer Mensch und sehr höflich", sagte Stöger, und Weltmeister Mario Götze ergänzte: "Er ist ein netter Typ. Er hat mir Tipps gegeben, wie ich schneller werden kann. Und ich ihm, wie er besser mit dem Ball umgehen kann." Beherzigt Bolt sie, kommt er einem großen Traum vielleicht doch noch näher. Auch wenn BVB-Coach Stöger einräumte: "Er ist in einem Alter, wo ich sage, er ist nicht mehr so wahnsinnig entwicklungsfähig."

Quelle: n-tv.de, Andreas Asen & Jonas Giesenhagen, sid

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