Seit 2003 beim DFBBundesliga-Schiedsrichter Ittrich legt die Pfeife beiseite

Nach der Saison macht Patrick Ittrich Schluss: Der Schiedsrichter beendet seine Karriere. Diese wird von zahlreichen Verletzungen immer wieder gestört. Zwei dramatische Momente bleiben prägend.
Patrick Ittrich beendet mit dem Saisonabschluss der Bundesliga nach 23 Jahren seine professionelle Schiedsrichterkarriere. Dies sei trotz aller umstrittenen Pfiffe die schwierigste Entscheidung, die er "je im Fußball getroffen habe", sagte der 47-Jährige in einer DFB-Mitteilung. Er spüre "eine hohe Wertschätzung" von seinen Schiedsrichterkollegen, Fans und den Vereinen. Das sei "ein sehr schönes Gefühl", betonte der Polizeibeamte. "Außerdem bin ich gerade fit und gesund. Genau deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt aufzuhören."
Ittrich sagte: "Ich hatte eine großartige Zeit. Ich habe viele Länder gesehen, nahezu jedes Bundesliga-Stadion in Deutschland kennengelernt und vor allem viele tolle Menschen getroffen. Und das Wichtigste: Es hat mir immer unglaublich viel Spaß gemacht." Der Polizeibeamte aus Hamburg ist seit 2003 DFB-Schiedsrichter, seit 2016 leitet er Spiele in der höchsten Liga. Bislang kommt Ittrich auf 90 Bundesliga-Einsätze. Es wären deutlich mehr Einsätze möglich gewesen, hätten ihn nicht zahlreiche Verletzungen wie drei Kreuzbandrisse oder ein Muskelbündelriss ausgebremst.
Erste Hilfe gleich mehrmals gefordert
Zwei Momente waren für ihn besonders prägend: 2011 leistete er nach einem Suizidversuch seines Kollegen Babak Rafati Erste Hilfe. 2024 rettete er auf dem Platz womöglich Josuha Guilavogui das Leben, der Mainzer Profi hatte seine Zunge verschluckt. 2023 machte Ittrich eine Morddrohung gegen sich nach einem Zweitligaspiel öffentlich.
Fehlen werde er nicht nur als "Gesicht der Bundesliga", sagte Schiedsrichter-Chef Knut Kircher. Überdies habe "kaum jemand den Spaß am Dasein als Schiedsrichter so sehr wie Patrick" verkörpert: "Er hat mit seiner lockeren Art im Kader der Bundesligaschiedsrichter stets für gute Atmosphäre gesorgt."
Ittrich betonte, er wolle dem Fußball erhalten bleiben, "auch wenn ich nicht mehr pfeifen werde. Ich freue mich auf alles, was kommt." Zuvor wolle er seine letzten Einsätze genießen und "noch viele richtige Entscheidungen treffen". Am Samstag (13 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) wird er das Zweitliga-Derby zwischen Arminia Bielefeld und dem SC Paderborn leiten.