Fußball

Hammer-Gruppe bei EM 2020 DFB-Elf trifft auf Frankreich und Portugal

imago45274062h.jpg

Sieht die DFB-Elf bei der EM 2020 nicht als Favorit: Nationaltrainer Joachim Löw.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Was für eine EM-Prüfung für Joachim Löw: Schon in der Vorrunde bekommt es die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal zu tun. Bundestrainer Joachim Löw freut sich, glaubt aber, dass sein Team in der "Hammer-Gruppe" ans "Limit gehen" muss.

Das ist ein echter EM-Hammer. Joachim Löw lächelte ein wenig gequält, als die äußerst schwere Gruppe bei der Europameisterschaft 2020 besiegelt war: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bekommt es im kommenden Sommer gleich in der Gruppenphase mit Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal zu tun. Die Équipe tricolore und das Team von Superstar Cristiano Ronaldo wurden dem Team von Bundestrainer Joachim Löw am Samstag als Kontrahenten in die Gruppe F zugelost. "Das ist eine Hammer-Gruppe, klar. Jeder muss in der Gruppe ans Limit gehen, um eine Chance zu haben, in die K.o.-Runde zu kommen. Ich freue mich", sagte Löw.

*Datenschutz

Der dritte deutsche EM-Gegner wird erst am 31. März nach Ende der Playoff-Partien feststehen. Sieben Optionen gibt es noch. Das Eröffnungsspiel bestreiten Italien und die Türkei am 12. Juni (21.00 Uhr) in der Gruppe A im Olympiastadion von Rom. "Mit diesen Spielen können wir gleich Fußball-Fieber in Deutschland entfachen. Das ist ein Hammer-Los", sagte DFB-Präsident Fritz Keller und DFB-Direktor Oliver Bierhoff fügte hinzu: "Wir gehen sicherlich nicht als Favorit in Gruppe. Wir haben es am schwierigsten angetroffen. Das wird für unsere junge Truppe eine große Herausforderung. Ich hoffe, dass durch unseren Heimvorteil ein Schub entsteht." Während Losfee und EM-Botschafter Philipp Lahm glaubt, dass Deutschland sich durchsetzen wird, warnt Nationalspieler Ilkay Gündogan: "Das sind natürlich richtige Kracher. Da haben wir aus beiden Töpfen so ziemlich den schwierigsten Gegner gezogen. Der Vorteil wird aber ein, dass jedem zu hundert Prozent klar sein wird, von der ersten Sekunde an voll da sein zu müssen. Wer sich in dieser Gruppe behauptet, wird dann definitiv auch zu den absoluten Favoriten auf den Turniersieg gehören." Der französische Weltmeister Olivier Giroud sagte nach der Auslosung: "Wer ist gefährlicher? Deutschland oder Portugal? Man tendiert eher zu Deutschland, aber wenn man gegen einen wie Cristiano Ronaldo spielt ... Deutschland hat ein bisschen mehr Erfahrung, aber bei der EM haben wir gegen Portugal verloren, das auch noch mehr ist als nur Ronaldo." Und die französische Sportzeitung "L'Équipe" schrieb: "Les Bleus werden bei der Euro auf eine (deutsche) Mannschaft treffen im Wiederaufbau nach dem Fiasko bei der WM 2018. Die Stabilität fehlt, aber das Potenzial ist da."

Für Manuel Neuer und Co. beginnt das Turnier mit dem ersten von drei Heimspielen am 16. Juni in der Allianz Arena gleich mit dem Kracher gegen die Franzosen. In der Nations League hatte es zuletzt ebenfalls in München ein 0:0 und in Paris ein 1:2 gegen das Starensemble um Kylian Mbappé und Antoine Griezmann gegeben. Bei der letzten EM 2016 besiegelten die Franzosen 2016 in Marseille das deutsche Turnier-Aus im Halbfinale (0:2). Vier Tage später geht es am 20. Juni gegen Portugal. An den Titelverteidiger hat Löw aber gute Turnier-Erinnerungen. Bei der EM 2012 (1:0) und auf dem Weg zum WM-Titel 2014 (4:0) gab es Vorrundensiege.

*Datenschutz

 

Dritter Gegner erst Ende März

Unklar ist weiterhin, gegen wen Deutschland sein drittes Gruppenspiel am 24. Juni bestreitet. Sieben Optionen gibt es noch. Gewinnt Island, Bulgarien oder Co-Gastgeber Ungarn den Playoff-Pfad A, ist dieses Team in der deutschen Gruppe. Setzt sich dort aber Rumänien durch, wird definitiv ein EM-Neuling zum Löw-Kontrahenten. Da Rumänien als Co-Gastgeber in die Holland-Gruppe muss, würde der Sieger des Pfades D in die DFB-Gruppe kommen: Georgien, Nordmazedonien, Kosovo oder Weißrussland sind dann die Kandidaten.

Auch ohne Kenntnis über alle Kontrahenten kann Löw nun in die weiteren konkreten EM-Planungen einsteigen, wie er schon vor der Auslosung angekündigt hatte. Für den Rekord-Bundestrainer ist es bereits die vierte EM-Endrunde. Auf diese Marke kommt keiner seiner Vorgänger. 2008 führte er Michael Ballack und Co. ins Endspiel gegen Spanien (0:1). 2012 und 2016 setzte es unnötige Niederlagen in den Halbfinals gegen Italien (1:2) und Frankreich (0:2). Der EM-Titel gelang noch nicht.

Löw sieht DFB-Elf nicht als Favorit

*Datenschutz

Die Erwartungen hält Löw nach dem WM-Desaster 2018 und dem folgenden Umbruchjahr trotz der souveränen EM-Qualifikation als Gruppensieger vor Holland bewusst gering. "Ich würde es vielleicht mal ein bisschen vergleichen mit der jungen Mannschaft 2010, die auch kurz vor dem Turnier zusammengefunden hat. Ich denke jetzt nicht, dass wir zu den absoluten Topfavoriten gehören", sagte er vor der Auslosung.

Auf dem Weg zum Titel hält der Turniermodus viele Routen quer durch Europa bereit. Als Gruppensieger würde Löw im Achtelfinale nach Bukarest zurückkehren und dann via St. Petersburg Richtung Halbfinals und Endspiel am 12. Juli in London weiterziehen wollen. Als Gruppenzweiter könnte es zu einem emotionalen Achtelfinale in Dublin gegen die stark eingeschätzten Engländer kommen. Nächste Station wäre dann Rom vor der erhofften London-Reise. Auch als Gruppendritter ist das Weiterkommen möglich, wenn mindestens zwei andere Drittplatzierte schlechter sind. Dann wären Bilbao/München oder Budapest/Baku die Spielorte für die ersten beiden K.o.-Runden.

Von Ende Mai an wird Löw seinen Kader in Seefeld in Tirol auf das Turnier vorbereiten. Fix ist nun ein Test in Basel gegen die Schweiz während des Trainingslagers. Ein weiterer Kontrahent für die EM-Generalprobe soll in Kürze bekanntgegeben werden. Bereits vereinbart ist ein Gastspiel im März in Madrids Estadio Santiago Bernabeu gegen Spanien, das wie Deutschland mit je drei Turniererfolgen EM-Rekordsieger ist.

*Datenschutz

*Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de, dbe/dpa

Mehr zum Thema