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Dieter Hoeneß hat ebenso wie sein bekannter Bruder Uli eine Münchener Vergangenheit.
Dieter Hoeneß hat ebenso wie sein bekannter Bruder Uli eine Münchener Vergangenheit.(Foto: imago/MIS)
Sonntag, 07. Januar 2018

Ulis kleiner Bruder feiert: Dieter Hoeneß bleibt ewig der Turban-Träger

Uli Hoeneß ist seit Jahrzehnten über den Fußball hinaus bekannt. Doch auch sein ein Jahr jüngerer Bruder Dieter blickt auf eine große Karriere im Sportbusiness zurück. Aus seiner Zeit als Spieler beim FC Bayern ist vor allem eine blutige Szene unvergessen.

Blut sickert durch den Verband, der wie ein Turban um den Kopf von Dieter Hoeneß gewickelt ist. In der 13. Minute sind Hoeneß und der Clubberer Alois Reinhardt zusammengestoßen. Hoeneß' Gesicht ist verschmiert, doch der Stürmer des FC Bayern lässt sich nicht davon beeindrucken. Im DFB-Pokal-Finale gegen den 1. FC Nürnberg am 1. Mai 1982 reißt er seine Mitspieler mit seinem unbändigen Willen mit und trägt mit einer Vorlage und einem Treffer maßgeblich dazu bei, dass die Münchner trotz eines 0:2 zur Pause noch mit 4:2 gewinnen.

Dieter Hoeneß im Trikot des FC Bayern beim DFB-Pokal-Endspiel 1982. Der Turban bleibt unvergessen.
Dieter Hoeneß im Trikot des FC Bayern beim DFB-Pokal-Endspiel 1982. Der Turban bleibt unvergessen.(Foto: imago/WEREK)

Kein anderes Bild wird mit Hoeneß, der heute seinen 65. Geburtstag feiert, so in Verbindung gebracht wie das mit der blutigen Kopfbandage in jenem Endspiel im Frankfurter Waldstadion. "Während des Spiels war es keinesfalls so dramatisch, wie es offenbar am Bildschirm rüberkam", sagte Hoeneß Jahre später. "Es ging die ganze Zeit nur darum, die Blutung zu stoppen. Aber gesundheitsgefährdend war das nicht." Hoeneß, der Kämpfer - das war seit diesem Spiel sein Image.

Zu einer ähnlichen Karriere wie die seines ein Jahr älteren Bruders Uli reichte es aber nicht. Doch auch die Titelsammlung von Dieter Hoeneß ist ansehnlich: Fünfmal wurde er als Spieler des FC Bayern deutscher Meister, in 288 Bundesliga-Spielen erzielte er 127 Tore, viele davon mit dem Kopf. Nachdem er seine aktive Laufbahn 1987 beendet hatte, blieb der sechsmalige Nationalspieler und Vize-Weltmeister von 1986 als Manager im Geschäft. Unter seiner Regie wurde der VfB Stuttgart, für den der gebürtige Ulmer vor seiner Bayern-Zeit spielte, 1992 Meister. 13 Jahre lang war er dann bei Hertha BSC. Nach tristen Zweitliga-Jahren gelang den Berlinern 1996/97 die Rückkehr in die Bundesliga, zwei Jahre später qualifizierte sich das Team sogar für die Champions League.

"Größte Gefahr war eine Frühgeburt"

In der Folge etablierte sich Hertha in der Bundesliga, ganz oben setzte sich der Hauptstadt-Klub aber nicht fest. 2009 trennten sich der verschuldete Verein und Hoeneß im Streit. Ein etwa einjähriges Intermezzo als Geschäftsführer gab er dann noch beim VfL Wolfsburg. Seit 2011 taucht er in der Bundesliga aber nicht mehr auf.

Heute lebt Hoeneß wieder in München. Er habe seiner Frau versprochen, irgendwann dorthin zurückzukehren. In der bayerischen Landeshauptstadt ist er nun nicht nur seinem Bruder, dem Bayern-Präsidenten, nahe. Auch sein zweiter Sohn Sebastian arbeitet für den Rekordmeister. Seit Sommer trainiert dieser dort die A-Junioren-Mannschaft, vorher war er schon bei den B-Junioren von RB Leipzig tätig.

Zu der Geschichte vom DFB-Pokal-Finale 1982 gehört übrigens auch Sebastian. Dieter Hoeneß' Frau war damals mit ihm schwanger und verfolgte das Spiel im Fernsehen. Die Bilder hätten sie ziemlich mitgenommen, erzählte Hoeneß einmal dem Magazin "11Freunde". "Die größte Gefahr war also die einer Frühgeburt. Aber wie man heute weiß, hat der Sebastian das Pokalfinale gut überstanden."

Quelle: n-tv.de