Knapp drei Jahre nach ihrem Aus als Frauen-Bundestrainerin kehrt Martina Voss-Tecklenburg auf die Trainerbank zurück. Die 58-Jährige übernimmt ab dem 1. Oktober die Frauen des FC Zürich. Das teilte ihr neuer Klub mit. Voss-Tecklenburg unterschrieb bei dem Schweizer Klub einen Vertrag bis Sommer 2028. Ihr Vertrag beim DFB war im Oktober 2023 aufgelöst worden.
"Ich habe einfach wieder Lust, eine Trainertätigkeit auszuüben", sagte Voss-Tecklenburg: "Ich habe gesagt, ich mache nur noch etwas, wo ich Lust drauf habe, wo ein Projekt ist." Sie habe in die Schweiz "nie den Kontakt verloren", so Voss-Tecklenburg. Die frühere deutsche Nationalspielerin hatte die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft von 2012 bis 2018 trainiert.
Bundestrainerin war sie von 2018 bis 2023, 2022 führte sie das DFB-Team zur Vizeeuropameisterschaft. Nach dem enttäuschenden Vorrundenaus bei der WM 2023 in Australien und Neuseeland musste sie gehen. Beim FC Zürich tritt sie die Nachfolge von Renato Gligoroski an. In der Vorsaison war das Team in der Schweizer Women's Super League auf dem fünften Platz gelandet.
Noch im Januar sagte sie, sie sei einer Anstellung im Herrenfußball auch nicht abgeneigt. "Mit meiner Vita, meinen nachgewiesenen Erfolgen und meiner Expertise hätte ich – wäre ich ein Mann – vermutlich mehr Angebote bekommen", vermutete die Duisburgerin damals bei Sport1, die einst bereits über zwei Jahre den SV Straelen in der Oberliga trainierte. "Nach zwei Wochen war es für die Spieler kein Thema mehr, ob dort eine Frau oder ein Mann steht. Entscheidend war nur: Bist du gut? Hast du Inhalte? Bringst du uns weiter?"
