Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini hat in Frankreich Strafanzeige gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino sowie fünf weitere frühere Schweizer Justiz- und Fußballfunktionäre eingereicht. Das teilte ein Sprecher Platinis wenige Tage vor dem Beginn der WM in den USA, Kanada und Mexiko mit, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Nach Ansicht des 70-Jährigen habe es eine Verschwörung gegeben, um seine Wahl zum FIFA-Präsidenten vor über zehn Jahren zu verhindern.
Der ehemalige französische Nationalspieler wirft den Beschuldigten demnach unter anderem falsche Anschuldigungen und unzulässige Einflussnahme vor. Neben der Strafanzeige wollen Platinis Anwälte auch eine Zivilklage gegen die FIFA auf Schadenersatz einreichen. Ähnliche Vorwürfe hatte Platini bereits 2022 gegenüber den Schweizer Behörden erhoben.
Gianni Infantino - zehn Jahre Alleinherrscher der FIFA
Infantino war 2016 zum Präsidenten des Weltverbands gewählt worden. Zuvor hatte er als Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union UEFA unter dem damaligen Präsidenten Platini gearbeitet. Der Franzose galt lange als Favorit auf die Nachfolge des damaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter.
Platini und Blatter gerieten jedoch 2015 wegen einer Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an Platini ins Visier der Schweizer Justiz. Beide wurden in einem Verfahren wegen mutmaßlichen Betrugs zulasten der FIFA angeklagt, jedoch im vergangenen Jahr in einem Berufungsverfahren rechtskräftig freigesprochen.
Platini war von 2007 bis 2016 Präsident der UEFA. Platini ist eines der größten Sportidole Frankreichs, wurde mehrfach mit dem Ballon d'Or als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet und war zwischen 1988 und 1992 Trainer der französischen Nationalmannschaft.



