Fußball

Salihamidžić muss weg, aber... Fans wehren sich gegen "Hetze"-Vorwurf

Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic steht vor einem Spiel im Stadion. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic steht vor einem Spiel im Stadion. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild

(Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild)

Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer prangert Fan-"Hetze" gegen Hasan Salihamidžić an. Doch der Anhang wehrt sich entschieden gegen diesen Vorwurf, fühlt sich in eine falsche Ecke gedrängt, fordert aber weiter die Ablösung des ungeliebten Sportvorstandes.

Herbert Hainer hat genug von all den Beleidigungen bis hin zu offenem Hass gegen Hasan Salihamidžić. Der FC Bayern, betonte der Präsident, stelle sich "geschlossen und mit Nachdruck gegen Anfeindungen" in Richtung seines Sportvorstandes, der für manche Fans des Rekordmeisters zur Zielscheibe geworden ist. "Sachliche Kritik ist selbstverständlich immer zulässig", betonte Hainer auf der Klub-Homepage: "Persönliche Angriffe und Hetze verurteilen wir allerdings auf das Schärfste."

Die Basis sieht Salihamidžić im Dauerzwist mit Trainer Hansi Flick derweil als Hauptschuldigen - und fordert dessen Ablösung. Dass mancher Fan dabei weit übers Ziel hinausschießt und sich in der Wortwahl arg vergreift, missfällt selbst der Initiative "Pro Hansi Flick, Brazzo raus!". "Das dulden wir in keinster Weise", sagte Sprecher Michael Frohsz dem Sportinformationsdienst, "wir wollen das auf fairer und sachlicher Ebene regeln".

Die Gruppierung und ihr Kern, der "FC Bayern VIP Fanclub", vertritt rund 5000 Bayern-Fans und -Mitglieder weltweit und nennt sich "multikulturell". Sie hat über 66.000 Stimmen gegen Salihamidžić und für Flick gesammelt - und ist dabei selbst zum Ziel von Beleidigungen geworden. "Wir müssen ein dickes Fell haben", sagte Frohsz. Von Hainer sieht sich der 39-Jährige in eine Ecke gestellt, "in die wir nicht gehören".

Wunsch nach Dialog bleibt unerhört

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Die Initiative strebt eine Mitgliederversammlung an, in der Salihamidžić abberufen wird, doch der Rekordmeister verweigert sich dem Wunsch nach einem Dialog. Mit Salihamidžić aber werde es auch künftig Konflikte geben, meinte Frohsz, "egal unter welchem Trainer". Für ihn steht fest: "Wir müssen einen neuen Sportvorstand bekommen!" Traumkandidat der Fans ist Bastian Schweinsteiger.

Auch die Bosse haben den einstigen "Fußballgott" im Blick. Vorstand Oliver Kahn bezeichnete die Eingliederung ehemaliger Profis bei einem virtuellen Mitgliedertreffen als "Erfolgsfaktor" und nannte Schweinsteiger wie Philipp Lahm als Beispiele für Spieler, "die wir im Hinterkopf haben müssen". Doch er betonte allgemein: "Es wird nicht mehr reichen, nur eine Profikarriere gemacht zu haben und sofort in einem Profiklub Fuß zu fassen."

Quelle: ntv.de, tno/sid

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