Fußball

Nächster Skandal in Frankreich Flaschenwurf auf Profi mündet in Spielabbruch

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Ein Lyon-Fan wirft eine Flasche und trifft Marseille-Spieler Dimitri Payet am Kopf.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Erneuter Eklat im französischen Fußball: Beim Spiel gegen Lyon will Dimitri Payet von Marseille gerade einen Eckball ausführen, als ihn plötzlich etwas am Kopf trifft - eine Flasche aus dem Zuschauerblock. Die Partie wird abgebrochen. Für den Star ist es der zweite Vorfall innerhalb weniger Monate.

Im französischem Fußball hat das Fehlverhalten von Zuschauern erneut zu Konsequenzen geführt. Nachdem der französische Nationalspieler Dimitri Payet durch den Wurf einer vollen Wasserflasche am Kopf getroffen wurde, wurde die Partie zwischen Olympique Lyon und Olympique Marseille am Abend zunächst unterbrochen und nach fast zwei Stunden schließlich ganz abgesagt. Der Verband der französischen Ligue 1 (LFP) verurteilte die Vorkommnisse in einer Pressemitteilung "aufs Schärfste".

Der Präsident von Olympique Lyon, Jean-Michel Aulas, entschuldigte sich bei Marseille und Payet. Aulas sprach von einem "inakzeptablen Angriff" und wünschte dem Mittelfeldspieler eine schnelle Genesung. Er verwies zudem darauf, dass es sich um einen einzelnen Täter gehandelt habe, der gefunden und den Behörden übergeben worden sei. Aulas vertrat die Meinung, dass die Partie hätte fortgesetzt werden können. Die LFP sah die Schuld beim Gastgeber und den lokalen Behörden.

"Psychisch verletzt"

Laut LFP-Mitteilung wurde Payet auch "Ziel diskriminierender Beleidigungen". In einer Zeit, in der die Liga wieder Attraktivität gewinne, "zerstören diese wiederholten schwerwiegenden Vorfälle das Image der Meisterschaft in Frankreich und international", hieß es. Payet sei "psychisch verletzt", sagte Marseilles Präsident Pablo Longoria. "Was passiert, ist nicht normal. Wir haben jede Form von Gewalt immer verurteilt."

Marseilles Mittelfeldspieler Payet wollte in der 4. Spielminute einen Eckball von der linken Seite ausführen, als den 34-Jährigen die Flasche hinter dem linken Ohr traf. Schon vor der Ecke war das Spiel kurz unterbrochen, weil die Lyon-Fans dort Gegenstände in Richtung Spielfeld geworfen hatten. Anschließend schickte Schiedsrichter Ruddy Buquet beide Mannschaften in die Kabinen.

Ähnlicher Vorfall bei Spiel gegen OGC Nizza

Nach mehr als einer Stunde kamen die Spieler zum Aufwärmen auf den Platz zurück. Medien berichteten von Unverständnis bei einigen Profis über die Entscheidung, dass die Begegnung fortgesetzt werden sollte - auch die LFP bedauerte die Entscheidung. Zu einem erneuten Anpfiff kam es dann aber doch nicht. Der Stadionsprecher gab die Entscheidung des Schiedsrichters via Stadionmikrofon bekannt, als die Mehrheit der Zuschauer bereits gegangen war. Buquet sprach in einem Interview davon, dass er die Partie nie habe fortsetzen wollen, aber mehrere Faktoren habe berücksichtigen müssen.

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Am 22. August war Payet schon einmal Opfer eines Flaschenwurfs. Im Spiel bei OGC Nizza war er am Rücken getroffen worden und hatte die Flasche anschließend Richtung Zuschauer zurückgeworfen. Im Anschluss kam es zum Platzsturm durch Nizza-Anhänger und Rangeleien mit Spielern und Betreuern.

Das abgebrochene Spiel war auf neutralem Boden nachgeholt worden (1:1). Nizza musste ein Geisterspiel austragen. Für seine Verwicklungen in das Handgemenge wurde Fitnesstrainer Pablo Fernandez von Olympique Marseille für den Rest der Saison bis zum 30. Juni 2022 gesperrt. Die OM-Spieler Payet und Alvaro Gonzalez hatten Spielsperren erhalten. Einen Monat später hatten Fans beim Nord-Derby zwischen RC Lens und Meister OSC Lille durch Krawalle für eine Spielunterbrechung gesorgt.

Quelle: ntv.de, joh/dpa

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