Fußball

K.-o.-Runde! Konkurrenz patzt Gladbach feiert "nach schlechtestem Spiel"

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Benzema zu stark, Gladbach im Glück.

(Foto: AP)

Von Gruppensieg bis Abstieg in die Europa League ist alles möglich für Borussia Mönchengladbach. Der Bundesligist unterliegt bei Real Madrid zwar verdient, darf nach Abpfiff aber trotzdem jubeln. Denn dank Inter Mailand und Schachtjor Donezk erreichen die Fohlen erstmals das CL-Achtelfinale.

Als die erlösende Botschaft aus Mailand kam, gab es für die Spieler von Borussia Mönchengladbach kein Halten mehr. Kapitän Lars Stindl und Co. brüllten ihre Freude über den erstmaligen Einzug ins Achtelfinale der Champions League trotz der 0:2 (0:2)-Niederlage bei Real Madrid heraus, dann führten sie wilde Freudentänze auf. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose profitierte nach einer insgesamt starken Gruppenphase trotz einer mutlosen Vorstellung vom Unentschieden im Parallelspiel zwischen Inter Mailand und Schachtjor Donezk. Die letzten Sekunden in Mailand verfolgten die Gladbacher Spieler gebannt vor einem Laptop.

Real Madrid - Borussia Mönchengladbach 2:0 (2:0)

Madrid: Courtois - Lucas Vazquez, Varane, Ramos, Mendy - Casemiro - Kroos, Modric - Rodrygo (74. Arribas), Benzema, Vinicius Junior (74. Asensio). - Trainer: Zidane
Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt (46. Lazaro) - Kramer (85. Benes), Neuhaus - Plea, Stindl (85. Wolf), Thuram (85. Herrmann) - Embolo (46. Zakaria). - Trainer: Rose
Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)
Tore: 1:0 Benzema (9.), 2:0 Benzema (32.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karte: - Zakaria

"Wahnsinn. Wir machen eigentlich unser schlechtestes Spiel und kommen trotzdem weiter. Am Ende haben wir richtig gezittert. Wir hatten gehofft, dass es beim 0:0 bleibt", sagte Stindl bei Dazn. Kopfballungeheuer Karim Benzema (9., 32.) schien mit seinem Doppelpack die Gladbacher Träume von der sportlich attraktiven und finanziell lukrativen K.-o.-Runde schon zerstört zu haben, doch dann kam die erlösende Botschaft. Bei der Auslosung am Montag drohen zwar Topgegner wie der FC Liverpool und Paris St. Germain, doch weitere 9,5 Millionen Euro an Prämie sind den Rheinländern sicher. Mit Gladbach, Titelverteidiger Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig haben zudem erstmals seit sechs Jahren vier Fußball-Bundesligisten das Achtelfinale der Champions League erreicht.

Eine gute Nachricht erreichte Rose vor dem Anpfiff. Innenverteidiger Nico Elvedi stand nach überstandener Muskelverletzung wieder zur Verfügung. "Wir müssen mutig sein", hatte Nationalspieler Matthias Ginter vor dem Auftritt im kleinen Estadio Alfredo Di Stefano gefordert. Doch davon war in der Anfangsphase nichts zu sehen. Lucas Vazquez hatte auf der rechten Seite viel zu viel Platz, seine präzise Flanke köpfte Benzema zur frühen Führung ein. Der französische Torjäger hatte sich Ginter und Stefan Lainer geschickt davongeschlichen.

Die Gäste legten ihren Respekt nach dem Rückstand kurzzeitig ab. Marcus Thuram prüfte erstmals Real-Torhüter Thibaut Courtois (10.), dann bot sich Alassane Plea nach schönem Zuspiel von Nationalspieler Florian Neuhaus die große Chance zum Ausgleich. Der Franzose setzte den Ball frei vor Courtois aber neben das Tor und schlug danach fassungslos die Hände vors Gesicht (25.).

Rose reagiert, aber Real regiert

In der Folge übernahm Real aber wieder das Kommando. Toni Kroos, Luka Modric und Co. ließen den Ball zirkulieren, die Gladbacher liefen häufig nur hinterher. Zudem fehlte die Zuordnung in der Defensive. Elvedi verhielt sich gegen Rodrygo viel zu passiv, dessen Flanke köpfte erneut Benzema aus kurzer Distanz ein. Ginter hatte den Mittelstürmer erneut aus den Augen verloren. Torhüter Yann Sommer verhinderte gegen Modric (39.) einen noch höheren Pausenrückstand.

Rose reagierte und veränderte mit Wiederanpfiff sein Personal und System. Denis Zakaria und Valentino Lazaro ersetzen den unsicheren Oscar Wendt und den wirkungslosen Breel Embolo. Doch Real war weiter spielbestimmend. Benzema scheiterte per Kopf an Sommer (49.). Während die Gladbacher im Hinspiel (2:2 nach 2:0) immer wieder Nadelstiche gesetzt hatten, kamen sie auf dem Platz der zweiten Mannschaft von Real nur selten zu ihrem gefürchteten Umschaltspiel. Das legendäre Bernabeu-Stadion ist wegen Umbauarbeiten aktuell gesperrt.

Gladbach war zwar im zweiten Durchgang bemüht, es fehlte aber an Ideen und Durchschlagskraft, um die von Sergio Ramos organisierte Abwehr der Gastgeber ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Plea schoss aus der Drehung zudem vorbei (65.). Aber Real blieb weiterhin gefährlicher. Sommer rettete glänzend gegen Ramos, Benzema traf beim Nachschuss die Latte (73.). Vazquez traf den Pfosten (79.).

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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