Fußball

Trotz Kritik und Pfiffen Gündogan "stolz", für Deutschland zu spielen

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In der Debatte um sein Foto mit Erdogan sieht Gündogan die Grenze zum Rassismus überschritten.

(Foto: imago)

Ilkay Gündogan hat bereits erklärt, weiter in der Nationalelf spielen zu wollen. Nun begründet der 27-Jährige, warum er nach der Debatte um seinen Schnappschuss mit Erdogan "nicht davonlaufen" will.

Ilkay Gündogan hat erneut bestätigt, seine Laufbahn in der Fußball-Nationalmannschaft fortzusetzen zu wollen. "Falls ich nominiert werden sollte, dann sehe ich keinen Grund, nicht weiterzumachen", sagte der Mittelfeldspieler vom englischen Meister Manchester City in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Die WM war leider ein großer Misserfolg. Doch es geht für mich nicht allein um Wiedergutmachung: Ich bin nach wie vor stolz, für Deutschland aufzulaufen."

Der gebürtige Gelsenkirchener hatte sich im Vorfeld der Fußball-WM zusammen mit Mesut Özil mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan fotografieren lassen. "Ich habe mein Leben lang fast ausschließlich gute Erfahrungen in Deutschland gemacht. Das will ich hier ganz klar sagen. Aber es gibt Leute, die das entstandene Foto für sich politisch genutzt haben. Und in diesem Zusammenhang wurde dann auch teilweise die Grenze zum Rassismus überschritten."

Er habe danach Zweifel gehabt, "ob es jemals wieder so werden kann wie früher", gab Gündogan zu und führte aus: "Wenn man von vielen so attackiert wird, von den eigenen Fans ausgepfiffen und von einem deutschen Politiker beleidigt wird, dann macht man sich Gedanken. Aber ich will nicht davonlaufen. Ich will mich der Situation stellen."

"Nach wie vor ein großer Fan von Jogi"

Zur Berichterstattung des Magazins "Der Spiegel", wonach es eine Gruppe im Nationalteam gegeben habe, die sich als "Kanaken" bezeichnet habe, sagte der 27-Jährige: "Natürlich gab es hier oder da mal einige Witze über gewisse Instagram-Postings. Das war aber jederzeit immer nur als Spaß zu verstehen und hatte definitiv auch nichts mit Rassismus zu tun."

Über Bundestrainer Löw äußerte sich Gündogan lobend: "Ich bin nach wie vor ein sehr großer Fan von Jogi Löw - nicht nur, was das Sportliche angeht. Das betrifft auch seinen Charakter, seine Führungsqualitäten und seine Menschlichkeit. Ich kann mir als Nationaltrainer momentan keinen Besseren vorstellen als ihn."

Am Mittwoch benennt Bundestrainer Joachim Löw sein Aufgebot für die Länderspiele gegen Frankreich am 3. September und Peru am 6. September. Falls Gündogan für die Spiele nominiert wird, hofft er auf  einen Empfang "mit offenen Armen". Falls es doch Pfiffe gegen ihn  geben sollte, werde er sich ihnen stellen: "Dann ist das eben meine Reifeprüfung."

Quelle: ntv.de, ftü/dpa/sid