Fußball

"Wir müssen erfolgreich sein" HSV wählt Marcell Jansen zum Präsidenten

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Marcell Jansen hat von 2008 bis 2015 für den HSV gespielt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Hamburger SV hat einen neuen Präsidenten: Die Vereinsmitglieder wählen den früheren Linksverteidiger Marcell Jansen zu ihrem Oberhaupt. AG-Chef Hoffmann kündigt derweil an, dass der Klub seine Fans um Geld bitten wird.

Marcell Jansen stand gerührt auf dem Podium. "Die Wahl nehme ich von Herzen an", sagte der 33-Jährige, nachdem ihn die Mitglieder des Hamburger SV zum neuen Präsidenten gewählt hatten. "Wir brauchen eine Leistungskultur in unserem Verein. Es reicht nicht, nur in unserer schönen Stadt zu leben, sondern wir müssen auch erfolgreich sein", sagte Jansen und rief zur Geschlossenheit auf: "Es muss endlich Schluss sein mit Lagerbildung."

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Jansen setzte sich bei der Mitgliederversammlung gegen Ralph Hartmann durch, den ehemaligen Schatzmeister des Vereins. Der frühere Linksverteidiger des HSV erhielt 799 von 1322 Stimmen und damit deutlich mehr als sein einziger Kontrahent. Ex-Präsident Jürgen Hunke hatte seine Kandidatur kurz vor der Wahl zurückgezogen. Insgesamt hat der Traditionsklub etwa 87.000 Mitglieder.

Durch seine Wahl zum Präsidenten erhält Jansen qua Vereinssatzung einen Sitz im Aufsichtsrat des Fußballklubs. Er hat damit direkten Einfluss auf die Fußball-AG, deren größter Anteilseigner mit gut 76 Prozent der HSV e.V. ist. Seit knapp einem Jahr ist Jansen aber ohnehin Mitglied in dem Kontrollgremium.

Jansen will sich einmischen

Der frühere Nationalspieler hatte von 2008 bis 2015 für den HSV gespielt und anschließend im Alter von 29 Jahren seine Karriere beendet. Nach seiner Wahl zum Präsidenten kündigte er an, sich stark im Fußball-Geschäft des Tabellenführers der 2. Liga einmischen zu wollen. "Die operativen Entscheidungen trifft der Vorstand, aber der Präsident muss diese bewerten können", sagte Jansen. "Denn dort wird die Grundlage gelegt, der wichtigste Hebel ist und bleibt der Profifußball."

Das Präsidenten-Amt im HSV e.V. war seit dem 19. September vakant, nachdem Bernd Hoffmann zum Vorstandschef der verschuldeten HSV Fußball-AG ernannt worden war. Zuvor war er dies bereits interimsweise.

HSV bittet Fans um Geld

Die Hanseaten haben nach dem Abstieg aus der Bundesliga zuletzt zum achten Mal in Folge rote Zahlen geschrieben. Das Geschäftsjahr 2017/18 wurde mit einem Minus von 5,8 Millionen Euro abgeschlossen. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 85,4 Millionen Euro.

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Bernd Hoffmann will mit einer Fanleihe Geld einsammeln.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Mitgliederversammlung kündigte Hoffmann an, dass der finanziell angeschlagene Zweitligist erneut seine Anhänger um Geld bittet. Der Klub werde eine "neue Fananleihe auflegen", sagte der 55-Jährige. Die neue Anleihe solle dazu verwendet werden, um die auslaufende zurückzuzahlen, erklärte Finanzvorstand Frank Wettstein an. "Die neue Anleihe wird die gleiche Laufzeit und gleiche Verzinsung haben." Das Emissionsvolumen soll bei 17,5 Millionen Euro liegen.

Die klammen Hanseaten hatten bereits 2012 zum 125-jährigen Jubiläum des Vereins eine Anleihe aufgelegt und dabei 17,5 Millionen Euro eingesammelt. Den Anlegern wurde damals eine Verzinsung von sechs Prozent versprochen. Die Rückzahlung wird im kommenden September fällig.

Hoffmann sprach von einer "schwierigen, aber nicht desolaten" finanziellen Situation des Klubs. "Wir sind auf einem guten Weg." Der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga sei für die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf kein Muss. "Wir werden alles tun, um aufzusteigen. Aber es gibt keinen Zwang, auch keinen wirtschaftlichen", sagte Hoffmann. "Wenn wir aufsteigen, werden wir ein ganz schwieriges Erstligajahr vor uns haben. Sollten wir den Aufstieg nicht schaffen, würden wir es nächstes Jahr noch einmal probieren."

Quelle: ntv.de, Kristof Stühm, sid