Fußball

Aus beim Krisen-Bundesligisten Hannover 96 schmeißt Manager Heldt raus

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Horst Heldt ist nicht mehr Manager bei Hannover 96.

(Foto: imago images / Nordphoto)

Ein Platz im Mittelfeld der Fußball-Bundesliga - dieses Ziel gibt Hannover 96 vor Saisonbeginn heraus. Stattdessen steht der Klub kurz vor dem Abstieg. Jetzt muss Manager Heldt seinen Platz räumen. Ein Nachfolger werde "zeitnah verpflichtet".

Der stark abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist Hannover 96 hat sich mit sofortiger Wirkung von Manager Horst Heldt getrennt. Dem 49-Jährigen, der seit März 2017 für 96 gearbeitet hatte, wurde die sportliche Talfahrt des Klubs zum Verhängnis.

"Die Zielsetzung war, einen gesicherten Tabellenmittelplatz zu erreichen. Die Sportliche Leitung hat versichert, dass dieses Ziel mit den Transfers erreicht wird und die Mannschaft konkurrenzfähig ist. Diese Einschätzung hat sich nicht bestätigt", hieß es zur Begründung in einer Mitteilung des Vereins. Die Entscheidung sei nach Abstimmung von Gesellschaftern und Aufsichtsrat getroffen worden. An Spekulationen für die Nachfolge von Heldt beteilige man sich nicht. Ein neuer Sportdirektor werde demnach aber "zeitnah verpflichtet".

Die Trennung von Heldt, der bei den Roten für die Kader-Zusammenstellung und die Verpflichtung von Erfolglos-Trainer Thomas Doll (acht von neun Spielen verloren) verantwortlich war, hatte sich zuletzt abgezeichnet.

Sportliche und wirtschaftliche Talfahrt

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Hannovers Klubboss Kind (r.) gibt Heldt die Hauptschuld an der 96-Misere.

(Foto: imago/localpic)

Nach der 1:3-Niederlage am vergangenen Samstag beim VfL Wolfsburg, der siebten Pleite in Folge, kündigte Klubchef Martin Kind nicht zum ersten Mal "intensive Gespräche" mit dem einstigen Mittelfeldspieler an. Dem zweimaligen Nationalspieler Heldt wird in Hannover die Hauptschuld an der laut Kind "sportlich wie wirtschaftlich desaströsen Saison" gegeben. Transfers wie der Brasilianer Walace, der Japaner Takuma Asano oder der Österreicher Kevin Wimmer haben das Team nicht verstärkt, aber zu einem Jahresverlust von rund 18 Millionen Euro geführt.

Hannover liegt mit 14 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz und hat sechs Spieltage vor dem Saisonende elf Zähler Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz und sieben Punkte Rückstand auf einen Relegationsplatz. Von elf Rückrunden-Spielen haben die Niedersachsen nur eines gewonnen. Nach dem Aus für Heldt, der in der Vergangenheit mit Wechseln nach Köln und Wolfsburg kokettiert hatte, ist auch die Zukunft von Trainer Doll ungewiss. "Hannover 96 benötigt einen Neuanfang", hieß es in der Mitteilung.

Angespanntes Verhältnis zum Klubboss

Heldt kam im März 2017 nach Hannover und ist vertraglich noch bis 2021 an den Klub gebunden. In den ersten Monaten verpflichtete er André Breitenreiter als Trainer, schaffte mit den 96ern den Wiederaufstieg in die Bundesliga und baute dort einen Kader auf, der im ersten Jahr souverän den Klassenerhalt schaffte. Erste Risse bekam sein Verhältnis zu Kind, als Heldt während der vergangenen Saison erst zum 1. FC Köln und später zum VfL Wolfsburg wechseln wollte.

Seine vorherigen Manager-Stationen waren deutlich erfolgreicher. Mit dem VfB Stuttgart wurde der 359-malige Bundesligaspieler 2007 deutscher Meister. Mit dem FC Schalke 04 erreichte er von 2010 bis 2016 dreimal die Champions League.

Quelle: ntv.de, cri/sid/dpa