Die Nachwirkungen von Gianni Infantinos mittlerweile geplatztem WM-Investorenplan sorgen weiter für Unruhe. Der massiv in die Kritik geratene FIFA-Präsident weilt dieser Tage in der Dominikanischen Republik - doch nun wurde er gebeten, an diesem Wochenende nicht an einem dort stattfindenden Jugendturnier teilzunehmen. Das berichten unter anderem "The Athletic" und die ARD-"Sportschau".
Infantino erhielt laut der Berichte am Freitag ein Schreiben von Victor Montagliani, dem Präsidenten der nordamerikanischen Konföderation CONCACAF. In diesem bat Montagliani, der auch FIFA-Vize ist, den FIFA-Chef, dem U14-Turnier fernzubleiben, da seine Anwesenheit die Veranstaltung "untergraben" würde.
"Ich glaube, dass angesichts der Führungskrise bei der FIFA, die durch Ihren umstrittenen Vorschlag 'FIFA Forward Enterprise' ausgelöst wurde, die Medien ihren Fokus auf diese Situation richten werden, was leider den sportlichen Charakter des Jugendturniers erheblich beeinträchtigen wird", hieß es in dem Schreiben. Mit der FIFA Forward Enterprise (FFE) wollte Infantino ursprünglich Teile der WM an Investoren um Joshua Kushner, den Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, verkaufen.
"Sportlichen Charakter untergraben"
"Daher bitte ich Sie im Namen des Fußballs höflich", schrieb Montagliani weiter, "Ihre Teilnahme noch einmal zu überdenken, da sie leider den sportlichen Charakter dieser wichtigen Maßnahme zur Nachwuchsförderung untergraben wird."
Trotz Montaglianis Appell reiste Infantino am Freitag in die Dominikanische Republik und traf sich dort mit lokalen Politikern sowie mit Jose Deschamps, dem Vorsitzenden des dortigen Fußballverbands. Ob der Schweizer auch das Jugendturnier besuchen wird, ist bislang unklar.
Obwohl sich Infantino der Unterstützung zahlreicher Verbände weiterhin sicher sein darf, steckt er derzeit in der größten Krise seiner Ära an der Spitze der FIFA. Seine Wiederwahl beim FIFA-Kongress im März 2027 gilt als unsicher. Besonders die UEFA hatte auf die Verkaufspläne scharf reagiert und mit einem Boykott seiner Mitgliedsverbände von FIFA-Turnieren angekündigt. Auch Montagliani hatte einen Brief unterzeichnet, in dem Infantino aufgefordert wurde, von seinem Amt als FIFA-Präsident zurückzutreten.

