Fußball

Trainer Tedesco auf Bewährung Kann Huub Stevens die Schalker retten?

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Beim Debakel gegen Düsseldorf auf der Tribüne: Huub Stevens.

(Foto: www.imago-images.de)

Der alte Sportchef ist weg, der neue Sportchef wird erst noch vorgestellt, die berufliche Zukunft des Trainers ist offen: Beim auf Platz 14 abgestürzten Fußball-Bundesligisten Schalke 04 ist die Lage zehn Spieltage vor dem Saisonende eher angespannt. Und nun? Kann Huub Stevens helfen?

Bewährungschance für Domenico Tedesco, Retter-Mission für Huub Stevens oder erneute Überraschung durch einen großen Unbekannten? Am Tag vor der Vorstellung des neuen Sportchefs Jochen Schneider diskutieren sie beim abgestürzten FC Schalke 04 wieder einmal heftig über die sportliche Zukunft des Fußball-Bundesligisten. Dabei hatte der stürmische Wind rund um die Gelsenkirchener Arena durchaus Symbolcharakter. Die Ruhe auf dem Übungsgelände war jedenfalls trügerisch. Die Mannschaft trainierte individuell und war für die Fans nicht zu sehen, die Verantwortlichen tagten hinter verschlossenen Türen.

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Was wird? Trainer Domenico Tedesco.

(Foto: dpa)

Und spachen dabei sicher über Tedesco. So könnte die kuriose Situation eintreten, dass Schneider bei seinem ersten öffentlichen Auftritt an diesem Dienstag die Entlassung des Trainers verkünden muss. Offiziell kann der in Stuttgart und Leipzig zuvor erfolgreich im Hintergrund arbeitende Manager laut der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates erst am 14. März zum Sportvorstand berufen werden. Doch in einer außerordentlichen Sitzung im Laufe des Montags sollte er seine Meinung zur Trainerfrage kundtun. Der TV-Sender Sky Sport News HD vermeldet allerdings, dass Tedesco am Freitag bei Werder Bremen (20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) auf der Bank sitzen wird. Der Verein bestätigtes das bislang nicht. Ob im Fall einer Trennung schon eine Dauerlösung gefunden wird, ist ebenfalls fraglich. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sollen die Schalke-Bosse schon über Notpläne bis zum Saisonende diskutiert haben.

So könnten die ehemaligen Trainer Mike Büskens oder Huub Stevens als Interimscoach einspringen. Stevens, der mit Schalke 1997 den Uefa-Cup gewann, sitzt im Aufsichtsrat. Ex-Trainer und Schalke-Mitglied Peter Neururer bewertet Tedescos Arbeit derweil kritisch. "Ich fordere keine Trainerentlassung, weil ich seine Arbeit nur von außen beurteilen kann", sagte er. "Aber die Mannschaft ist total overcoacht. Sie ist nicht im Stande, Dinge zu klären, weil alles nach Vorgabe gelöst werden muss."

"Stehen drei Hammer-Aufgaben an"

Er sehe bei der aktuellen Mannschaft "keine Strukturen und keine zweite Lösung", sagte Neururer: "Quasi alle Spieler sind in dieser Saison schlechter geworden." Bedenklich seien auch Tedescos Aussagen vor und nach dem 0:4 am Samstag gegen Düsseldorf: "Das klang wie: Ich gebe auf. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll." Insgesamt sei Schalke die "größte Enttäuschung in der Bundesliga seit 20 Jahren". Auch für Rekordnationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus scheint eine Tedesco-Entlassung unausweichlich.

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"Davor ziehe ich den Hut": Peter Neururer.

(Foto: imago/Reichwein)

"Der Zeitpunkt ist nicht optimal. Mit den Spielen in Bremen, in Manchester und gegen Leipzig stehen drei Hammer-Aufgaben an, da kann sich ein neuer Trainer schnell verbrennen", sagte Matthäus: "Dennoch gehe ich davon aus, dass in Bremen ein Neuer auf der Bank sitzt. Man muss einen Neuanfang wagen, um Frieden und Ruhe reinzubringen." Sollte der Trainer trotz eines Vertrages bis 2022 entlassen werden, ginge er mit Stil und erhobenen Hauptes. Dass der 33-Jährige sich nach dem Spiel den Fans stellte, rang sogar den erfahrensten Kollegen Respekt ab.

"Was Domenico Tedesco da gemacht hat, würde ich nie machen", sagte Düsseldorfs Friedhelm Funkel bei Sport1. Neururer erklärte: "Davor ziehe ich den Hut. Sich in so einer Situation den Fans zu stellen, dazu gehört Mut." Und auch die Schalke-Ikone Klaus Fischer merkte anerkennend an: "Viele Trainer wären nach so einem Spiel abgehauen und gar nicht dahin gegangen. Da hat er Größe gezeigt."

Quelle: ntv.de, Holger Schmidt, dpa