"Nicht meine Schuld"

Klopp hat eine gute und eine schlechte Nachricht für Niclas Füllkrug

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Jürgen Klopp war am Mittwochabend in der Allianz Arena. (Foto: picture alliance / Kirchner-Media)
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22.10.2026 | 18:38 Uhr
Niclas Füllkrug trifft in der Fußball-Bundesliga derzeit wie am Fließband. Nur hat er ein Problem: Auch viele Tore machen ihn nicht jünger. Bundestrainer Jürgen Klopp schlägt die Tür für ihn aber dennoch nicht zu.

Er selbst kann das Thema längst nicht mehr hören: Am Wochenende traf Niclas Füllkrug erneut für Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga - und bekam nach seinem Doppelpack gegen den SC Paderborn wieder die Frage, die ein erfolgreicher deutscher Mittelstürmer sich derzeit eben gefallen lassen muss: Was ist denn jetzt mit der deutschen Nationalmannschaft, Herr Füllkrug?

Weil der 33-Jährige nicht nur weiß, wie man Tore erzielt, sondern auch, wie man sich artikuliert, hatte er eine deutliche Antwort. "Ich würde es cool finden - ich glaube, ich bin immer sehr respektvoll mit den Medien -, wenn die Medien auch anfangen, mich zu respektieren", sagte Füllkrug bei DAZN. "Und wenn ich jetzt 44-mal gesagt habe, dass ich da nicht drüber reden will, wäre es cool, wenn wir nicht mehr drüber reden."

Nun ist das Problem aber, dass der Bundestrainer persönlich das Thema zum 45. Mal aufgemacht hat. In der Halbzeit beim Champions-League-Kracher des FC Bayern gegen den FC Arsenal sprach Jürgen Klopp nicht nur über seine Verwirrung bei Harry Kane ("Steige nicht dahinter"), sondern auch den Bremer Angreifer, der derzeit seinen mindestens zweiten Frühling erlebt.

"Da müssen wir mal sehen"

"Niclas Füllkrug schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, aber ist 33. Das ist nicht meine Schuld", sagte Klopp. Gefragt, ob der Routinier nicht mehr in die DFB-Elf passe, antwortete er: "Wir haben eine Gegenwart, eine mittelfristige Zukunft und eine langfristige Zukunft. In der Gegenwart kann es natürlich funktionieren, mittelfristig unter Umständen auch. Langfristig, ja, also da müssen wir jetzt mal sehen."

Für Füllkrug sind diese Sätze eine gute und aber auch eine schlechte Nachricht. Denn sie bedeuten, dass er sich möglicherweise schon damit beschäftigen kann, die Koffer für die kommende Länderspielpause zu packen. Denn das ist die "Gegenwart" der DFB-Elf. Am 13. November geht es zum Geisterspiel nach Belgrad, drei Tage später nach Berlin zum Rückspiel gegen die Niederlande. Die Tür ist Klopps Worten zufolge immerhin nicht völlig verschlossen.

Für eine mögliche Rückkehr des Fanlieblings spricht zudem, dass in den ersten vier Klopp-Partien ein Angreifer mit dem körperlichen Format Füllkrugs fehlte: Younes Ebnoutalib (eher Kategorie "langfristig") tat sich gegen den tiefen griechischen Block schwer, Nick Woltemade hatte ebenso seine Probleme und Kai Havertz fehlte verletzt. Jemand mit starker Physis und gutem Kopfballspiel könnte dem Klopp-System eine weitere Facette hinzufügen.

Ein weiteres Argument für Füllkrug ist seine ganz persönliche "Gegenwart": Nach schwierigen Zeiten bei West Ham United und AC Mailand kehrt er bei Werder in die Form zurück, die ihn damals in den Kader der Heim-Europameisterschaft vor fast zweieinhalb Jahren brachte. Aktuell jagt er den Bremer Rekord von Rudi Völler, der traf in der Saison 1982/83 in sieben Partien am Stück. Füllkrug steht derzeit schon bei fünf.

Und langfristig sendet Klopp dann eben eine schlechte Nachricht. Bei der nächsten Europameisterschaft ist Füllkrug schon 35 Jahre alt, bei der WM dann 37. Der Fokus des Bundestrainers liegt auf diesen beiden Turnieren, deshalb nahm er im frühen Herbst auch 43 Spieler zu seinem Debüt mit - und lobte zusätzlich zu den Stürmern, die dort schon dabei waren, auch immer wieder die drei Angreifer der U21 (Nicolo Tresoldi, Paris Brunner und Dženan Pejčinović).

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Füllkrug noch eine tragende Säule im DFB-Team wird - eher maximal ein Lückenfüller. Aber auch das hat etwas Gutes: Für Füllkrug hat sich die Frage nach der Nationalelf in mittel- bis langfristig immerhin erledigt.

Verwendete Quellen: ntv.de, ses