Fußball

Wolfsburg kracht in die Krise Wütender Kovac rechnet mit seiner Mannschaft ab

Trainer Niko Kovac von VfL Wolfsburg steht gestikulierend am Spielfeldrand.

Trainer Niko Kovac von VfL Wolfsburg steht gestikulierend am Spielfeldrand.

(Foto: Andreas Gora/dpa)

Nach sieben Spieltagen steht der VfL Wolfsburg auf Platz 17. Im Spiel bei Union Berlin fehlt es an fast allem. Trainer Kovac brodelt - und geht mit seinen Profis hart ins Gericht. Geschäftsführer Jörg Schmadtke stärkt seinem Coach nach dem Spiel den Rücken.

Das Auftreten seiner Mannschaft hinterließ Niko Kovac zum wiederholten Male in dieser Saison äußerst frustriert. "Wir haben es von der ersten Minute an nicht verstanden, dort mehr Kampf, mehr Leidenschaft an den Tag zu bringen", sagte der 50-Jährige nach der 0:2-Niederlage der Wolfsburger bei Tabellenführer Union Berlin. Der Coach war sichtlich um Fassung bemüht, sparte aber nicht an klaren Worten für seine Spieler: "Wir sind einfach nicht bereit, die Basics, die man im Fußball braucht, Leidenschaft, Kameradschaft, die Mentalität, die Aufopferung an den Tag zu legen. Das fehlt mir."

Mit der Niederlage rutschte der VfL im Tabellenkeller auf Platz 17 ab. Kovac hatte in der Vorwoche nach der Ausbootung von Angreifer Max Kruse mit dem 1:0 in Frankfurt erstmals mit den Niedersachsen einen Dreier gelandet. Nur eine Woche später stehen die Zeichen wieder auf Krise. Sein Team, so Kovac, müsse eine andere Einstellung an den Tag legen. "Fußball ist nicht nur Hacke, Spitze, eins, zwei, drei. Fußball ist Arbeit", sagte er. Jordan Siebatcheu (54.) und Sheraldo Becker (77.) hatten mit ihren Treffern den Mini-Aufwärtstrend der Wölfe jäh gestoppt. Der VfL enttäuschte vor allem in der zweiten Halbzeit.

Kapitän Maximilian Arnold hat derweil reichlich genervt auf die anhaltende Debatte um die Ausbootung von Kruse reagiert. "Es geht nur darum, als würde der VfL Wolfsburg nur aus Max Kruse bestehen", sagte er. "Jeder weiß um die Qualitäten eines Max Kruse", sagte Arnold: "Jeder weiß auch um die nicht vorhandenen Qualitäten eines Max Kruse." Die Entscheidung von Kovac habe er nicht zu beurteilen. "Wir sollten das Thema mal ein bisschen runterfahren", forderte der Mittelfeldspieler.

Keine Diskussionen um Kovac

Geschäftsführer Jörg Schmadtke stärkte Kovac nach dem Spiel den Rücken. Auf die Frage, wie groß das Vertrauen in den Coach sei, sagte Schmadtke ohne zu zögern: "Groß. Wir stellen den Trainer nicht in Frage. Und wir stellen ihn auch nicht in den Wind." In der aktuellen Lage des Klubs sieht der Manager alle gefordert. "Wir müssen da gemeinschaftlich rauskommen. Deswegen gibt es da keine Diskussion."

Mehr zum Thema

Die erste Halbzeit spielte der VfL noch "ganz ordentlich", sagte Verteidiger Ridle Baku. Für die generellen Offensivbemühungen der Niedersachsen ist das eine eigentlich zu generöse Umschreibung. In der zweiten Halbzeit fand Union dann auch immer häufiger die Lücken in der VfL-Defensive. Nach sieben Spieltagen sei noch keiner abgestiegen und noch keiner Meister geworden, Konsequenzen müssten daraus aber gezogen werden und das schnellstens, meinte Kovac. Von dem Auftreten von Union Berlin könne man sich da eine Scheibe abschneiden.

Es gelte, das Wesentliche, was man im Fußball braucht, zu zeigen, sagte Kovac. "Und das nicht nur ein Mal in einem Monat, sondern das muss Woche für Woche passieren." Am Ende ist es aber seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass seine Mannschaft dies abruft. "Wir werden gemeinsam das auch hinkriegen", sagte der gebürtige Berliner. "Wir müssen - das weiß ich - sicherlich auch das ein oder andere in der Mentalität ändern."

(Dieser Artikel wurde am Montag, 19. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, tno/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen