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Donnerstag, 12. Juli 2018

"Klarere Entscheidungen" nötig: Lahm kritisiert Löws Führungsstil

Nach dem frühen WM-Aus und der Diskussion um Mesut Özil fordert der Ex-Kapitän der Nationalmannschaft, Lahm, einen neuen Führungsstil vom Bundestrainer. Löw müsse "eine Kultur strafferer, klarerer Entscheidungen etablieren", sagt der Ex-Profi.

Bundestrainer Joachim Löw muss aus Sicht von Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm nach dem Vorrunden-Aus bei der WM seinen kollegialen Führungsstil der letzten Jahre ändern. Das sei kein Zeichen der Schwäche, sondern der Weiterentwicklung, meinte der 34 Jahre alte Ex-Bayern-Profi.

"Er muss Individualisten klar machen, dass sie Verantwortung für die gesamte Mannschaft tragen", schrieb Lahm in einem Beitrag für das Portal linkedin.com. Weiter hieß es: "Er muss eine Kultur strafferer, klarerer Entscheidungen etablieren, als er selbst das gewohnt war."

Mit Blick auf die umstrittenen Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hätte es eine klarere Ansprache gebraucht, schrieb Lahm weiter. Beiden hätte schnell und nachhaltig vermittelt werden müssen, dass sie sich öffentlich äußern und erklären, um nach außen und innen Identität zu stiften.

"Diese klare Ansprache ist unterblieben", stellte Lahm fest. "Das Trainerteam hat sich darauf verlassen, dass die praktizierte Führungskultur der vergangenen, erfolgreichen Jahre ausreicht, um einmal mehr erfolgreich zu sein."

In einem Interview mit der "Zeit" hatte Lahm seinem einstigen DFB-Auswahlkollegen Özil bescheinigt, sich innerhalb der Mannschaft immer tadellos und total kollegial verhalten zu haben. Er meinte aber auch: "Ich muss als Spieler wissen, wie ich mich innerhalb der deutschen Nationalmannschaft zu bewegen habe."

Quelle: n-tv.de