Nationaltorwart Oliver Baumann hat den inzwischen gescheiterten Investoren-Plan von FIFA-Präsident Gianni Infantino für die Fußball-Weltmeisterschaften kritisiert. "Lasst uns den Fußball doch bitte den Fußball sein lassen, damit es um den Sport geht", appellierte der 36-Jährige via "Bild"-Zeitung an die Adresse des Weltverbandes. Der ausufernde Kommerz tue dem Sport nicht gut. Der Fußball lebe "von den Emotionen und von dem Spiel selbst. Das darf nicht verfliegen. Nicht, dass wir alle, die wir den Sport lieben, irgendwann keine Lust mehr darauf haben, weil er so sehr verändert wird", sagte der Torwart der TSG Hoffenheim.
Baumann schilderte absurde Beispiele der Geldmacherei, die er bei der WM in den USA, in Kanada und Mexiko mit der deutschen Nationalmannschaft erlebt hat. "Wir hatten am Trikot so kleine Badges. Bei den Spielern, die länger dabei sind oder schon mehrere Weltmeisterschaften gespielt haben, stand 'Legacy' drauf, bei mir 'Debütant' oder so etwas in der Art. Und dann laufen Leute durch die Kabine und ziehen diese nur leicht aufgebügelten Badges wieder ab." Man habe ihm dann erläutert, "dass damit wohl auch noch Geld gemacht wird. Da denke ich mir nur: 'Lasst mein Trikot in Ruhe, ich will das wieder mitnehmen!'"
Rasen in New Jersey "war furztrocken"
Baumann monierte auch Abläufe auf dem Rasen bei der WM, unter anderem das sogenannte Hydration Break einmal pro Hälfte. Bei enormer Hitze verstehe er den Sinn einer Trinkpause zwar. In Houston aber, wo die DFB-Elf ihr erstes Gruppenspiel gegen Curacao mit 7:1 gewann, "war das Stadion auf 22 Grad klimatisiert, aber nur weil es auf dem Papier stand, wurde die Pause trotzdem gemacht."
Am Finalspielort New Jersey, wo Deutschland im MetLife Stadium, im letzten Vorrundenspiel Ecuador 1:2 unterlag, sei der Rasen wegen riesiger Klimaanlagen am Spielfeldrand untauglich gewesen. "Der Rasen war furztrocken. Für mich wäre das jetzt kein Finalstadion gewesen, zumindest nicht von den Platzverhältnissen her."

