Fußball

Völler kontert harte DFL-Kritik Lauterbach kritisiert "schizophrene" Regeln

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Karl Lauterbach: "Das kriegt keiner getrennt, das ist eine schizophrene Position."

(Foto: picture alliance/dpa)

Die 1. und 2. Bundesliga nehmen am Wochenende den Spielbetrieb nach der Corona-Zwangspause wieder auf - mit strengen Regeln für Profis und Umfeld. Für Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist das ein Unding. Das wiederum verärgert Rudi Völler.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat scharfe Kritik am Hygienekonzept der Deutschen Fußball-Liga (DFL) geübt - und sich damit Ärger von Rudi Völler eingehandelt. "Spieler werden doch nicht begreifen, dass sie auf dem Platz alles dürfen, derweil sie in der Kabine nichts dürfen", sagte Lauterbach dem Sport-Informationsdienst. 

"Zu Hause müssen sie die Wäsche selbst waschen, auf dem Platz können sie dann in den Vollkontakt gehen und möglicherweise sich oder andere infizieren", sagte Lauterbach: "Das kriegt keiner getrennt, das ist eine schizophrene Position."

Unwahre Behauptungen?

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Völler stießen die Aussagen von Lauterbach, der das DFL-Konzept auch als "löchrig" und "nicht wasserdicht" bezeichnete, sauer auf. "Bei Herrn Lauterbach, der ja selbst Mediziner ist und auf dieser Tatsache seinen Expertenstatus begründet, waren und sind einige Behauptungen einfach nicht wahr", sagte Völler dem "Kölner Stadt-Anzeiger". 

Völler wirft Lauterbach vor, die an der Ausarbeitung des Konzepts beteiligten Kollegen zu "brüskieren" und sich auf deren Kosten "profilieren" zu wollen. Wenn es Zwischenfälle gebe, werde die Bundesliga "blamiert sein", hatte Lauterbach gesagt. Schon jetzt sei der Schaden erheblich, weil der Eindruck entstehen konnte, dass es in der Bundesliga nur noch ums Geld und weniger um den Sport gehe.

Bleibende Schäden am Herzen?

Die Spieler sieht der 57-Jährige einem unnötigen Risiko ausgesetzt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Profis mit Viruslast spielten oder trainierten. Die Folge könnten bleibende Schäden am Herzen oder den Nieren sein. "Die Gesundheit der Spieler hat so gut wie keine Rolle gespielt, sie ist nur ein Nebenaspekt", sagte Lauterbach.

Völler betonte unterdessen, der Restart der Bundesliga sei beispielgebend. "Wenn wir das hinkriegen, die Saison mit diesem wirklich guten Konzept zu Ende zu spielen, macht das dem Fußball in anderen Ländern viel Hoffnung", sagte der Weltmeister von 1990. Auch der sportliche Wert sei uneingeschränkt vorhanden. "Der Meister wird zurecht Meister, genau so wird es mit der Champions-League-Qualifikation sein, mit der Europa-League-Qualifikation, mit dem Klassenerhalt und dem Abstieg", sagte Völler: "Alles wird korrekt entschieden, vielleicht noch sauberer als sonst."

Quelle: ntv.de, bad/sid