Fußball

Superstar kündigt per Fax Lionel Messi will FC Barcelona verlassen

134828591.jpg

War es das für Messi in Barcelona?

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit 20 Jahren ist Lionel Messi beim FC Barcelona - doch nun verlässt der Superstar seinen Verein. Der Klub teilt mit, dass Messi seinen Wechselwunsch eingereicht habe. Es ist das Ende einer Ära, beschleunigt auch durch den FC Bayern. Dabei deutet sich ein Streit an.

Weltfußballer Lionel Messi will den FC Barcelona nach 20 Jahren ablösefrei verlassen. Entsprechende Berichte der TV-Sender TyC Sports und Fox Sports in Messis Heimat Argentinien seien inzwischen vom Klub auf Anfrage bestätigt worden, berichtete die katalanische Fachzeitung "Mundo Deportivo", so etwas wie ein Hausblatt von Barça. Der Verein habe vom 33-Jährigen ein offizielles Schreiben erhalten, hieß es.

Messi habe geschrieben, er wolle eine Klausel in seinem Vertrag ziehen, durch die er am Ende jeder Saison einseitig kündigen könne. Ein Giganten-Streit ist wohl vorprogrammiert, denn es gibt ein Problem: Die Frist zur Aktivierung der Klausel ist aus Sicht des Vereins für die abgelaufene Spielzeit bereits im Juni abgelaufen, schreiben "Mundo Deportivo" und auch andere Medien. Messi sei derweil der Ansicht, die Frist müsse verlängert werden, weil auch die Saison wegen der Corona-Zwangspause verlängert worden sei.

Der Mann aus Rosario ist seit zwei Jahrzehnten bei den Blaugrana. Dem Profiteam des FC Barcelona gehört er bereits seit 2004 an. Er ist somit der dienstälteste Spieler des Klubs. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni nächsten Jahres. Die im Vertrag festgeschriebene Ablöseklausel beträgt laut Medien 700 Millionen Euro. Ob diese von den angeblich interessierten europäischen Top-Clubs wie Manchester City, Juventus Turin, Paris Saint-Germain oder Inter Mailand bezahlt werden kann, ist - zumal in Pandemie-Zeiten - mehr als zweifelhaft.

Profidebüt mit 17, Abgang mit 33?

TyC Sports berichtete, der sechsmalige Weltfußballer habe sich nach einem Gespräch mit dem neuen Barça-Coach Ronald Koeman zum Weggang entschieden. Der Verein habe dem Spieler bereits mitgeteilt, dass er diese Entscheidung nicht allein treffen könne. Am vergangenen Donnerstag hatte bereits der katalanische Privatsender RAC1 versichert, dass sich Messi mit Abwanderungsgedanken trage. Eine öffentliche Stellungnahme des Profis gab es zu diesem Thema bisher nicht.

Die Nachricht sorgte in Spanien nur elf Tage nach der sensationellen 2:8-Pleite der Katalanen um Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen gegen den FC Bayern im Viertelfinale der Champions League für heftige Reaktionen. "Für Barça wäre das eine weitere Tragödie nach dem Desaster von Lissabon", kommentierte ein spanischer TV-Nachrichtensprecher.

Barcelona erlebte die erste Saison ohne jeden Titelgewinn seit der Spielzeit 2007/08. In Katalonien spricht man von einer der schlimmsten Krisen der Clubgeschichte - die durch die Wechselabsichten von Messi sicher noch weiter zugespitzt werden wird. Dabei hatte Koeman bei seiner Präsentation in Barcelona erklärt, er wolle um Messi ein neues Team aufbauen, der im Oktober 2004 als damals 17-Jähriger für die erste Mannschaft der Katalanen debütiert hatte und seitdem allein in der spanischen Liga in 485 Einsätzen an 645 Toren direkt beteiligt war. Der Argentinier sei immer noch der beste Spieler der Welt, sagte der 57 Jahre alte Niederländer. Vereinsboss Josep Bartomeu hatte die Gerüchte um einen Weggang des 33-Jährigen jüngst energisch zurückgewiesen.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa