Fußball

Spielerstreik und Niederlagen Mainz 05 trennt sich von Trainer Beierlorzer

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Beierlorzer war seit November 2019 im Amt.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Achim Beierlorzer ist nicht mehr Trainer des 1. FSV Mainz 05. Der Fußball-Bundesligist entlässt seinen Übungsleiter nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt, zudem streikten die Profis wegen der Degradierung eines Mitspielers.

Der FSV Mainz 05 hat sich von Trainer Achim Beierlorzer getrennt. Der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder hatte dem 52 Jahre alten Coach nach dem Spielerstreik und der zweiten Saisonniederlage am Samstag gegen Aufsteiger VfB Stuttgart (1:4) schon die Rückendeckung in der tiefgreifenden Krise versagt. Dass Beierlorzer bei der Partie in Berlin noch coachen werde, bestätigte er schon nicht mehr.

Der Coach hatte dagegen versichert, schuldlos an dem Wirbel zu sein und "ein ganz konstruktives Verhältnis" mit der Mannschaft zu haben. Allerdings hatte der Vereinsvorsitzende Stefan Hofmann bereits Zweifel durchblicken lassen, dass Beierlorzers Verhältnis zu den Profis nicht so intakt sei und er den Spielerstreik am vergangenen Mittwoch aus Solidarität gegen die Degradierung von Stürmer Adam Szalai mit verursacht habe.

Die Entscheidung, Szalai aus dem Mannschaftstraining der Profis zu nehmen und ihn nur bei der U23 trainieren zu lassen, sei von der sportlichen Leitung getroffen und mit mangelnder sportlicher Perspektive begründet worden, hatte Hofmann vor dem Stuttgart-Spiel betont und hinzugefügt: "Zugegebenermaßen war unsere erste Kommunikation gegenüber Adam Szalai missverständlich."

Arbeit fängt jetzt erst an

"Wir haben uns gemeinsam sehr intensiv mit unserem sportlichen Weg auseinandergesetzt und mit der Frage, in welcher Form wir der aktuellen Entwicklung Rechnung tragen und der Mannschaft kurzfristig und perspektivisch neue Impulse geben können", erklärte 05-Sportvorstand Rouven Schröder nun die Entscheidung des Vereins. "Ergebnis dieses sehr offenen und ehrlichen Gespräches ist, dass wir als Verein die gemeinsame Arbeit mit Achim Beierlorzer nicht fortsetzen." Beierlorzer verabschiedete sich bedient aus Mainz: "Ich bin enttäuscht über die Entscheidung des Vereins. Nichtsdestotrotz wünsche ich Mainz 05 und der Mannschaft für den weiteren Weg alles Gute", ließ der nun Ex-Trainer knapp verkünden. Interimsweise wird Co-Trainer Jan-Moritz Lichte die Mannschaft ins Auswärtsspiel bei Union Berlin (Freitag, 20.30 Uhr/ DAZN und im Liveticker auf ntv.de) führen.

Für die Verantwortlichen in Mainz ist die Aufarbeitung der wohl verstörendsten Woche der Bundesligageschichte des Vereins mit dem Trainer-Rauswurf dagegen nicht durch. Im Gegenteil. "Mit dem Wechsel an der Position des Trainers ist unsere Analyse der aktuellen Situation nicht abgeschlossen", weiß Schröder. "Wir sind weiter in intensivem Austausch innerhalb der Vereinsgremien und mit der Mannschaft, um die Vorkommnisse der vergangenen Woche selbstkritisch aufzuarbeiten und Lösungen zu finden."

Beierlorzer hatte am 18. November 2019, nur wenige Tage nach der Trennung vom 1. FC Köln, den Cheftrainerjob in Mainz übernommen und einen Vertrag bis Juni 2022 unterschrieben. Er trat die Nachfolge von Sandro Schwarz an. "Sicherlich ist dies eine kuriose Situation im Fußball", sagte er damals. "In diesem Geschäft kann es manchmal schnell gehen, besonders wenn es einfach passt." Manager Schröder lobte ihn bei der Vorstellung mit den Worten: "Bei sachlicher und inhaltlicher Betrachtung ist Achim Beierlorzer ein typischer Trainer für Mainz 05." Als Beierlorzer die vom Abstieg bedrohten Mainzer übernahm, standen sie nach elf Spieltagen auf dem 16. Platz. Unter Beierlorzers Führung gelang der Klassenverbleib am 33. Spieltag mit einem 3:1 gegen Werder Bremen.

Quelle: ntv.de, tsi/ter/dpa