Fußball

CL-Halbfinalerfolg gegen Paris Man City feiert seine Final-Premiere

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Eine wohlverdienter und höchst angemessener Platzverweis.

(Foto: REUTERS)

Seit seinem Abschied vom FC Barcelona hat Pep Guardiola keine Mannschaft mehr ins Endspiel der Champions League geführt. Mit Manchester City gelingt es ihm, Vorjahresfinalist Paris St. Germain findet über weite Strecken kein Mittel. Stattdessen wählt ein frustrierter PSG-Profi den brutalen Weg.

Manchester City und İlkay Gündoğan greifen nach dem Henkelpott. Der designierte englische Fußballmeister hat das Starensemble von Paris St. Germain im Halbfinalrückspiel der Champions League mit 2:0 (1:0) entzaubert und steht am 29. Mai in Istanbul erstmals im Finale um Europas Krone. Das Hinspiel beim Vorjahresfinalisten und Bayern-Bezwinger hatte Manchester bereits mit 2:1 gewonnen. Für City-Starcoach Pep Guardiola endet eine lange Wartezeit.

Manchester City - Paris St. Germain 2:0 (1:0)

Manchester: Ederson - Walker, Stones, Dias, Sintschenko - Fernandinho - Bernardo Silva (82. Sterling), Gündogan - De Bruyne (82. Jesus) - Mahrez, Foden (85. Agüero). - Trainer: Guardiola
Paris: Navas - Florenzi (75. Dagba), Marquinhos, Kimpembe, Diallo (82. Bakker) - Herrera (62. Draxler), Verratti, Paredes (75. Danilo) - Di Maria, Icardi (62. Kean), Neymar. - Trainer: Pochettino
Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)
Tore: 1:0 Mahrez (11.), 2:0 Mahrez (63.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karte: De Bruyne (2), Sintschenko - Herrera (3), Verratti (3), Kimpembe, Danilo (2)
Rote Karte: Di Maria (Paris) wegen unsportlichen Verhaltens (69.)

Riyad Mahrez (11., 63.) beseitigte mit seinem Doppelpack alle Zweifel - und beruhigte damit auch die Nerven des akribischen Guardiola, der in seinen den acht Anläufen mit dem FC Barcelona, Bayern München sowie seit 2017 mit City spätestens im Halbfinale gescheitert war. PSG-Angreifer Angel Di Maria sah wegen einer Unbeherrschtheit die Rote Karte (69.), als alles bereits gelaufen war. Manchesters Gegner im wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte wird am Mittwoch zwischen dem FC Chelsea und Real Madrid (Hinspiel 1:1) ermittelt.

Vor dem Anpfiff hatte es heftig gehagelt, der Rasen im Etihad Stadium war besonders in der Anfangsphase stark gekennzeichnet vom Wintereinbruch im Mai. Paris, das im Viertelfinale gegen Titelverteidiger FC München mit einem 3:2-Auswärtssieg die Grundlage für das Weiterkommen geschaffen hatte, ging die schwierige Aufgabe entschlossen an.

In der siebten Minute sprach Schiedsrichter Björn Kuipers den Gästen, bei denen Weltmeister Kylian Mbappé wegen Wadenproblemen auf der Bank saß, einen Elfmeter zu. Die Videobilder widerlegten den Niederländer allerdings, Citys Linksverteidiger Alexander Sintschenko hatte den Ball mit der Schulter berührt. Manchester schlug nur vier Minuten später auf der Gegenseite brutal zu. Torhüter Ederson eröffnete einen Konter mit einem perfekten Schlag auf den vorgerückten Sintschenko. Der Ukrainer fand in der Mitte den früheren Bundesliga-Star Kevin de Bruyne. Der Schuss des Belgiers wurde abgefälscht und landete bei Mahrez, der aus spitzem Winkel vollendete.

Neymar findet keinen Platz für seine Läufe

PSG gab sich allerdings nicht auf und hatte nun seine beste Phase. So scheiterte der aufgerückte Abwehrchef Marquinhos mit einem Kopfball an der Latte (17.), kurz darauf verfehlte di Maria das Tor der Gastgeber nach einem Aufbaufehler knapp.

Mitte der ersten Hälfte hatte City sich aber wieder sortiert und machte dem französischen Meister das Leben schwer, wie auch die PSG-Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer von der Reservebank aus beobachten mussten. Paris-Superstar Neymar etwa, der im Vorfeld martialische Worte gewählt hatte, fand kaum Platz für seine gefürchteten Antritte, das Geschehen glich zuweilen einer Handballpartie.

Guardiola, der als Trainer bereits 30 Titel feierte, aber "nur" mit Barcelona 2009 und 2011 die Königsklasse gewonnen hat, sah in der dritten Minute der Nachspielzeit die nächste gute Chance seiner Mannschaft durch Mahrez.

Nach dem Seitenwechsel hatte der Regen die letzten sichtbaren Spuren des Winters beseitigt. City mit dem umsichtigen Ballverteiler Gündoğan, der 2013 mit Borussia Dortmund das Finale gegen den FC Bayern 1:2 verlor, verwaltete die Partie und setzte immer wieder Nadelstiche. Nach einem perfekten Konter stand wieder Mahrez goldrichtig und hatte leichtes Spiel.

Danach war die Partie entschieden, Paris fiel vermehrt mit ruppigem bis überhartem Einsteigen auf. Für den Tiefpunkt sorgte dabei di Maria, der in einer eigentlich harmlosen Situation - der Ball war im Seitenaus - gegen Fernandinho ausrastete und den Brasilianer in City-Diensten so unvermittelt wie unnötig mit voller Absicht vors Schienbein trat. Und sich so seinen Platzverweis redlich verdient hatte.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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