Klagewelle droht

Manchester City steht vor "bodenlosem Abgrund der Hölle"

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Über dem Etihad Stadium von Manchester City braut sich ein Sturm zusammen. (Foto: REUTERS)
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26.09.2026 | 09:07 Uhr
Schuldig in 114 von 115 Punkten: Eine Kommission kommt zu dem Schluss, dass Manchester City die Finanzregeln der Premier League jahrelang missachtet hat. Ein Beben, das den englischen Fußball erschüttert - und dessen Folgen noch nicht absehbar sind.

Eine unabhängige Kommission hat das Finanzgebaren von Englands Fußball-Gigant Manchester City untersucht und hält den Klub in 114 von 115 Punkten für schuldig, die Regeln der Premier League gebrochen zu haben. Bei der Untersuchung steht der Zeitraum von 2009 bis 2018 im Fokus. Im Jahr 2009 hatte Scheich Mansour bin Zayid Al Nahyan aus der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi den Stadtrivalen von Manchester United übernommen. Den Stein ins Rollen brachte das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", der im November 2018 durchgesickerte Finanzdokumente von City in einer Recherche veröffentlichte.

Einer der zentralen Vorwürfe; ManCity soll Geldflüsse innerhalb des Klubs verschleiert haben, außerdem bei Trainer- und Spielergehältern getrickst haben. Auch Sponsoren-Deals sollen nicht korrekt abgelaufen sein. Die Folgen des Urteils, über das "The Athletic" zuerst berichtet hatte, sind noch nicht absehbar. Sanktionen wie beispielsweise Punktabzüge, Zwangsabstieg oder die Aberkennung von Titeln liegen demnach weiter auf dem Tisch.

Laut dem britischen Radiosender "Talksport" erwägen zahlreiche englische Klubs bereits, eine Sammelklage gegen die Sky Blues einzureichen - etwa Vereine, die wegen City den Einzug in die Champions League verpasst und somit mögliche Millionen-Einnahmen verloren haben. Experten gehen davon aus, dass das Urteil der Kommission noch gewaltig nachbeben wird.

"Das ist wie ein bodenloser Abgrund der Hölle", analysierte "The Athletic"-Reporter Sam Lee: "Verklagt Marcus Rashford (Spieler von Manchester United) sie jetzt, weil sein Gehalt nicht gestiegen ist, weil Manchester United die Champions League verpasst hat?" Eine der zahlreichen Fragen, die im Zuge des City-Bebens gestellt werden. Das Ganze sei "endlos".

Ein "seismischer Tag" für den englischen Fußball

Von einem "unerforschten Gebiet", sprach Fußball-Finanzexperte Stefan Borson bei der BBC. Manchester City sei "in sehr, sehr großen Schwierigkeiten". Die Strafen könnten von Punktabzug über eine Millionenbuße bis hin zur Aberkennung gewonnener Titel reichen. "Es geht um mehr als nur Platzierungen in der Liga. Da gibt es Spieler-Boni und -gehälter, die sich ändern, wenn man die Champions League erreicht oder nicht. Viele Spieler könnten 20 bis 25 Prozent ihres Gehalts verloren haben, weil sie nicht in der Champions League waren. Auch Trainer haben Boni verloren. Es gibt massenhaft Folgeverluste, die potenziell dadurch verursacht wurden, weil City die Regeln gebrochen hat. Das alles aufzuschlüsseln, wird schwierig", erläuterte Borson.

In der Causa City stehe "so viel auf dem Spiel", dass Reaktionen anderer Klubs "unausweichlich" seien, pflichtete der renommierte Insider David Ornstein bei. "Das ist ein seismischer Tag." Klubs würden nun versuchen, ein Stück des Kuchens zurückzuholen, das ManCity ihnen "weggebissen" hat.

Es ist davon auszugehen, dass der englische Klub gegen das Urteil vorgeht. Gegen City war 2023 ein Verfahren eröffnet worden, diesem waren vier Jahre lange Untersuchungen vorangegangen. Ein Klubsprecher sagte "The Athletic": "Das Verfahren der Premier League ist noch nicht abgeschlossen. Wichtige Aspekte müssen noch geklärt werden, und es unterliegt strenger Vertraulichkeit. Daher bleibt die Position des Manchester City FC im Einklang mit der Erklärung des Vereins vom Februar 2023." Und weiter: "Der Verein hat acht Jahre lang gewissenhaft die ordnungsgemäßen Verfahren eingehalten, in der Annahme, dass der Vorstand und die Geschäftsführung der Premier League als unabhängige, unparteiische und faire Regulierungsinstanz agieren würden, die frei von parteipolitischen Einflüssen ist."

Verwendete Quellen: ntv.de, mar