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Köln-Fans "Schwachmaten" genannt Medienchef fliegt vor Dienstantritt raus

Auf einer Eckfahne ist das Logo des 1. FC Köln. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

Das gibt Ärger.

(Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild)

Fritz Esser war früher bei der "Bild", lobte den Geschichtsrevisionismus der AfD und bezeichnete Fans des 1. FC Köln als "Schwachmaten". Trotzdem holt der Bundesligist den 39-Jährigen als Leiter für Medien und Kommunikation. Nach heftiger Kritik rudert der Klub kleinlaut zurück.

Fußball-Bundesligist 1. FC Köln muss sich erneut auf die Suche nach einem neuen Leiter für den Bereich Medien und Kommunikation machen. Nachdem der Klub am Montag die Zusammenarbeit mit Fritz Esser ab Mai verkündet hatte, revidierte der FC diese Entscheidung am Mittwoch. Zahlreiche Fans und Prominente, darunter Ex-Weltmeister Lukas Podolski, hatten sich in der Zwischenzeit gegen Esser ausgesprochen.

FC-Präsident Werner Wolf und Geschäftsführer Alexander Wehrle räumten in einer gemeinsamen Erklärung ein, dass beim "Auswahlprozess Fehler gemacht" wurden. "Seit der Veröffentlichung haben uns Vorwürfe erreicht, die wir vorher hätten prüfen müssen", hieß es: "Daraus werden wir Konsequenzen ziehen. Wir bitten alle Mitglieder und Fans um Entschuldigung."

In den Sozialen Medien hatten Fans Kritik an alten Twitter-Einträgen und Artikeln des früheren "Bild"-Redakteurs Esser geübt. So bezeichnete er FC-Fans etwa als "Schwachmaten" und lobte einen "geschichtsverfälschenden Beitrag" eines AfD-Bundestagsabgeordneten, wie der "Kicker" schreibt. Der 39-Jährige passe mit seiner Weltanschauung nicht zu den Werten des Vereins, das Fachmagazin ordnet diese Vorwürfe als "komplett nachvollziehbar" ein. Es gab Petitionen gegen Esser und zahlreiche Beschwerdebriefe an den FC.

"Wir haben Herrn Esser als integren Menschen mit demokratischem Wertegerüst kennengelernt. Dennoch haben wir uns nach intensivem Austausch entschieden, auf die Zusammenarbeit zu verzichten", sagten Wolf und Wehrle. Der "Kicker" kritisiert derweil das "dramatisch amateurhafte Verhalten des FC-Vorstandes", der Vorgänger Tobias Kaufmann wohl nur deshalb entlassen habe, weil er ihn als "Altlast des vorherigen Vorstandes" sah.

Esser, der die Nachfolge von Kaufmann angetreten hätte, betonte, dass er die Entscheidung mittrage. Allerdings wolle er klarstellen, dass er "hinter jedem Buchstaben der FC-Charta wie auch hinter der liberalen Grundordnung unserer Demokratie" stehe. Er lehne "extreme und extremistische Parteien jeder Art ab".

Quelle: ntv.de, tsi/sid