"Vini weiß das jetzt"

Mourinho bricht sein Schweigen zum Rassismus–Eklat um Vinicius Junior

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José Mourinho geriet mit Vini Junior aneinander. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)
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20.08.2026 | 12:22 Uhr
Bei seiner Rückkehr zu Real Madrid gibt es für Trainer José Mourinho ein brisantes Wiedersehen mit Vinicius Junior. Beide sind rund um einen Rassismus-Eklat im Frühjahr aneinandergeraten. Nun erklärt der Star-Trainer, warum das kein Problem ist.

José Mourinho ist zurück bei Real Madrid. Und damit auch der neue Trainer von Superstar Vinicius Junior. Die beiden verbindet eine unschöne Geschichte aus dem vergangenen Februar, die Spuren hinterließ.

Bei der Champions-League-Partie zwischen Benfica und Real Madrid waren Vincius Junior und sein Gegenspieler Gianluca Prestianni aneinandergeraten. Der Brasilianer warf Prestianni vor, ihn rassistisch beleidigt zu haben. Entsprechendes UEFA-Protokoll wurde aktiviert. Die Partie wurde kurzzeitig unterbrochen, die Real-Profis verließen sogar vorübergehend den Platz.

Schon während der Partie gab es ein Verbal-Gefecht zwischen Mourinho und Vinicius Junior. Anschließend suggerierte der Star-Trainer, dass der Real-Profi mit seinem Verhalten zur Eskalation beigetragen habe und stellte sich hinter Prestianni. Benfica könne zudem kein rassistischer Klub sein, weil Klub-Legende Eusebio Schwarz ist. "In einem Stadion, in dem Vinícius spielt, passiert immer irgendetwas", sagte Mourinho. Dafür wurde wiederum Mourinho heftig kritisiert, unter anderem von Bayern-Trainer Vincent Kompany.

Prestianni wurde von der UEFA für sechs Spiele gesperrt, drei Spiele wurden zur Bewährung ausgesetzt. Weil sich Prestianni während des Konflikts mit Vini Junior das Trikot vor den Mund gezogen hatte, waren seine Aussagen nicht zu erkennen gewesen. Als Konsequenz daraus erließ die FIFA eine neue Regel, die bei der Weltmeisterschaft angewandt wurde: Spieler dürfen in einem Disput mit dem Gegner nicht den Mund verdecken - wer es doch tut, wird mit Rot bestraft.

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Real Madrid erfüllt kühne Schalke-Träume

Mourinho hielt gegen Schalke zu Vinicius Junior

Die Beziehung zwischen Mourinho und Vinicius Junior ist also vorbelastet. Seitdem bekannt geworden war, dass Mourinho als Trainer von Real zurückkehrt, ist die Zusammenkunft der beiden ein großes Thema. Nun äußerte er sich im spanischen TV-Sender Energy erstmals dezidiert zu dem Vorfall und der Beziehung zu Vini Junior. "Die Antwort ist ganz einfach", sagte Mourinho angesprochen auf das Spiel im Februar. "Prestianni war mein Spieler. Das ist alles, da gibt es nichts zu diskutieren. Wenn Prestianni mein Spieler ist, können 20 Spieler kommen, ich stehe hinter Prestianni, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Vini weiß das jetzt, er weiß, auf welcher Seite ich stehe, und er weiß, dass er sich auf mich verlassen kann, dass ich zu ihm halte."

Das habe der Offensivmann auch schon in der Vorbereitung hautnah erfahren. "Als sie ihm neulich im Testspiel gegen Schalke keinen eindeutigen Elfmeter gegeben haben, stand ich schon mitten auf dem Platz und habe für ihn gekämpft. Er weiß, dass ich für ihn da bin", versprach Mourinho und wurde noch allgemeiner.

"Die Leute müssen lernen, wie sie sich ihm gegenüber verhalten sollen, und damit meine ich auch die Schiedsrichter. Man kann nicht einen Elfmeter pfeifen, nur weil es Pedrerol (der Name des Interviewers, Anm. d. Red) ist, und keinen Elfmeter geben, nur weil es Vinicius ist." Auch das Verhalten des Brasilianers sei schon Thema gewesen. "Es ist eine Sache, mit seinen Mannschaftskameraden zu feiern, und eine andere, vor den Fans des Gegners zu feiern. Da kann man ein gewisses Gleichgewicht finden."

Nach Informationen des Portals "The Athletic" haben Mourinho und Vinicius Junior unterschiedliche Ansichten in der Thematik hätten, die Beziehung zwischen den beiden sei nach mehreren Gesprächen aber gut.

Rodris Zweifel lassen Zweifel bei Mourinho wachsen

Der neue Real-Trainer erklärte auch weitere Hintergründe zum geplatzten Deal mit Weltmeister Rodri. Der Spanier schloss sich trotz starken Interesses der Königlichen Erzrivale FC Barcelona um den deutschen Trainer Hansi Flick an. Nach eigenen Angaben hatte Mourinho "ein paar Mal" mit dem Mittelfeldstrategen gesprochen. In diesen Gesprächen sei deutlich geworden, dass Rodri "Zweifel" hinsichtlich eines Wechsels gehabt habe. "Rodris Zweifel haben auch bei mir Zweifel geweckt", sagte Mourinho. "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler und hat sich uns gegenüber sehr korrekt verhalten, aber Real Madrid ist ein Verein von solcher Größe, dass man nicht lange zögern darf."

Die Kaderplanungen sind für den Spanien-Giganten weitgehend abgeschlossen. "Ich sage nicht, dass es keine weiteren Neuverpflichtungen mehr geben wird, denn der Transfermarkt ist noch offen, aber was mich betrifft, ist er abgeschlossen. Der Kader gefällt mir sehr gut. Ich vermisse Rodri nicht.", bilanzierte Mourinho.

Verwendete Quellen: ntv.de, msc