Ex-Rivale teilt aus

Nach Erpressungsvorwürfen: FIFA überweist plötzlich offene Prämien

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Trat gegen Infantino bei der Präsidentschaftswahl der FIFA 2016 an: Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien (Archivbild).
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07.08.2026 | 13:58 Uhr
Die FIFA kommt nicht zur Ruhe. Nach den Erpressungsvorwürfen aus Jordanien überweist der Weltverband die noch offenen Prämien. Der Verbandschef teilt trotzdem gegen Gianni Infantino aus. Aus Europa gibt es neue Rücktrittsforderungen.

Jetzt klappt es doch: Die FIFA hat dem jordanischen Fußballverband JFA eine noch ausstehende Prämie für das vergangene Arabien-Pokal-Endspiel gezahlt. Das berichtet der JFA-Chef Ali bin al-Hussein. Vor wenigen Tagen hatte er FIFA-Präsident Gianni Infantino noch Erpressung vorgeworfen. Prinz Ali bin al-Hussein behauptete, dass seinen Auswahlspielern in den vergangenen Monaten von der FIFA Gelder vorenthalten worden seien. Ihm sei demnach kommuniziert worden, für eine Unterstützung Infantinos könne ihm geholfen werden.

Nun sei das Geld plötzlich geflossen, berichtete der Funktionär bei X. "Vielen Dank an die FIFA-Verwaltung, dass sie heute Morgen plötzlich geliefert hat, was unseren Spielern und dem Trainerstab für den Einzug der jordanischen Nationalmannschaft ins Finale der FIFA Arab Cup in Katar im vergangenen Dezember zusteht", schrieb er bei X.

Gleichzeitig blieb er bei seiner deutlichen Kritik. "Diese Mittel hätten bereits vor acht Monaten ausgezahlt werden sollen", schrieb er. "Auch wenn dies für unsere Spieler eine positive Entwicklung ist, ändert dies nichts an den ernsthaften Bedenken, die wir in der Fußballwelt hinsichtlich der FIFA-Führung hegen, und auch nichts an dem, was unsere Fußballverbände in der Vergangenheit erdulden mussten." Sein Verband und er würden Präsident Infantino "weder unterstützen noch für ihn stimmen", stellte er klar.

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Der Funktionär hatte vor zwei Tagen geschildert, dass der Weltverband den jordanischen Spielern noch Geld schulde. Als Zweitplatzierte des FIFA Arab Cups im Dezember 2025 stünde Jordanien noch ein Preisgeld zu, das Medienberichten zufolge 4,2 Millionen Dollar (gut 3,6 Millionen Euro) betrug. "Das Geld, das unser Team für das Erreichen des Finales bekommen sollte, wurde noch nicht ausgezahlt, und das, obwohl die FIFA gleichzeitig damit angibt, wie viele Milliarden sie noch in Reserve hat", schrieb al-Hussein damals auf der Plattform.

Norwegen fordert Rücktritt Infantinos

Prinz al-Hussein war 2016 im Rennen um die Präsidentschaft des Weltverbands gegen Infantino angetreten, hatte aber keine Chance. Schon im Jahr zuvor war er dem damaligen FIFA-Boss Sepp Blatter bei der Wahl unterlegen. Von 2011 bis 2015 war er als Vizepräsident im mächtigen Exekutivkomitee der FIFA.

FIFA-Boss Infantino steht weiter heftig in der Kritik, weil er zuletzt einen Teil der Rechte an Weltmeisterschaften an Investoren verkaufen und damit Milliarden verdienen wollte. Weltweit formierte sich prompt Widerstand - angeführt von der UEFA, die einen Boykott aller FIFA-Wettbewerbe ankündigte und weiter daran festhält. Der Weltverband verwarf die Pläne schnell wieder. Die Kritik an Infantino aber wird nicht leiser; Experten diskutieren, ob das Ende des Schweizers an der FIFA-Spitze bevorsteht.

Sehr deutlich formulierte der norwegische Fußball-Verband am Freitag seine Kritik und forderte Infantino zum Rücktritt auf. Nach einer Sitzung der Verbandsführung, bei der insbesondere die Zukunft des umstrittenen FIFA-Chefs erörtert wurde, sagte die NFF-Vorsitzende Lise Klaveness auf einer Pressekonferenz: "Wir werden den FIFA-Präsidenten jetzt zum Rücktritt auffordern."

Verwendete Quellen: ntv.de, msc