Dabrowski wütete zügellosNach Phantomtor: DFB leitet Ermittlungsverfahren gegen Aue-Trainer ein

Erzgebirge Aue taumelt dem Abstieg aus der 3. Liga entgegen. Und hat nun noch ein Ermittlungsverfahren am Hals, weil Trainer Christoph Dabrowski am Wochenende beim umstrittenen 1:2 bei Waldhof Mannheim samt Phantomtor lautstark gegen die Schiedsrichter austeilte.
Der DFB-Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren gegen Christoph Dabrowski von Fußball-Drittligist Erzgebirge Aue eingeleitet. Grund sind die Aussagen des Trainers rund um die 1:2-Niederlage bei Waldhof Mannheim am vergangenen Samstag. Das bestätigte der Verband auf Anfrage. Aue teilte zudem mit, dass Dabrowski bis Mittwochmittag Gelegenheit habe, eine Stellungnahme abzugeben.
Dabrowski hatte seinem Ärger nach der Pleite der abstiegsbedrohten Sachsen in einem Interview mit Magenta Sport Luft gemacht. Während der Partie war Erzgebirge ein Treffer aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt worden. Im Mittelpunkt stand aber vor allem das Tor des Mannheimers Terrence Boyd, bei dem der Ball von der Lattenunterkante abgeprallt war und die Torlinie offenbar nicht vollständig überquert hatte.
DFB glaubt, dass "Entscheidung nicht korrekt war"
"Ich bin maximal frustriert. Wenn ich mir das 2. Gegentor angucke: Das sehe ich von 80 Metern draußen an der Linie, dass der Ball niemals im Tor ist", hatte Dabrowski im Anschluss geschimpft: "Da fehlt mir jegliches Verständnis. Ich brauche mir den Scheiß nicht mehr angucken." Der Schiedsrichter solle "sich mal bewusst machen, um was es geht". Dabrowski kritisierte dabei auch den Unparteiischen Timon Schulz direkt: "Ich habe ihn gefragt, wie alt er ist und ob er berechtigt ist, schon ein Drittligaspiel zu pfeifen."
Von Verbandsseite hatte sich bereits Schiedsrichter-Experte Alexander Feuerherdt in der Freien Presse zu der umstrittenen Szene geäußert. "Die TV-Bilder legen nahe, dass diese Entscheidung nicht korrekt war", erklärte der 56-Jährige, der die Kommunikation und Medienarbeit der DFB Schiri GmbH leitet. Dennoch zeigte sich Feuerherdt zufrieden: "Von der Tor-Entscheidung abgesehen können wir dem Referee eine gute Leistung bescheinigen, insbesondere in den Bereichen Zweikampfbewertung, Disziplinarkontrolle und Persönlichkeit."
Aue droht auf Platz 18 der Absturz in die Regionalliga Nordost. Neun Punkte beträgt der Rückstand nach dem 30. Spieltag auf den Tabellen-16. 1. FC Saarbrücken (33 Punkte).