Fußball

Leipzig im DFB-Pokal-Halbfinale RB siegt nach Elfmeter in der 120. Minute

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So sehen Sieger aus: RB Leipzig schmeißt den FC Augsburg auf dramatische Weise aus dem DFB-Pokal-Viertelfinale.

(Foto: imago images / Michael Weber)

Was für ein Pokal-Drama: Ein dummes Handspiel des Augsburgers Michael Gregoritsch beschert RB Leipzig in der letzten Minute der Verlängerung einen Elfmeter. Den verwandelt Marcel Halstenberg sicher. Eine spektakuläre Schlusspointe in einem irren Pokal-Viertelfinale.

Marcel Halstenberg hat RB Leipzig in einem Pokalkrimi erstmals ins Halbfinale geschossen. Der Fußball-Nationalspieler erzielte beim 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung beim FC Augsburg in der letzten Minute per Handelfmeter das entscheidende Tor und lässt die Sachsen weiter vom ersten großen Titelcoup ihrer jungen Klub-Geschichte träumen. Vor 25.263 Zuschauern war RB durch Timo Werner (74. Minute) in Führung gegangen. Für den Fußball-Nationalspieler war es erst das zweite Tor in diesem Jahr. Es fehlten nur Sekunden zum Sieg, doch Alfred Finnbogason (90.+4) sorgte durch seinen Ausgleich noch für die Verlängerung. In der Extrazeit war es dann Halstenberg, der nach einem völlig dummen Handspiel von Michael Gregoritsch vor den RB-Siegtreffer erzielte.

Nach der Partie kochten die Emotionen hoch. Auf dem Rasen lieferten sich Spieler und Offizielle heftige Wortgefechte. Handgreiflichkeiten konnten gerade so verhindert werden. "Anstatt er sich mit seiner Mannschaft freut, kommt er in unsere Coaching-Zone. Was der sich rausnimmt, ist unterste Schublade", wetterte Stefan Reuter gegen Oliver Mintzlaff. Der RB-Geschäftsführer wollte die Ereignisse nicht zu hoch hängen. "Das war ein sehr emotionales Spiel, auch ein zerfahrenes Spiel. Es war ein Kampf. Am Ende gingen die Gemüter hoch. Die Mannschaft hat gekämpft. Wir haben uns den Sieg verdient", sagte Mintzlaff in der ARD. "Wir haben eine geilen Pokalfight gesehen, wo wir leider zum Schluss noch ein Tor kassiert haben", meinte FCA-Kapitän Daniel Baier.

FC Augsburg - RB Leipzig 1:2 (1:1; 0:0) n.V.

Tore: 0:1 Werner (74.), 1:1 Finnbogason (90.+4), 1:2 Halstenberg (120., Handelfmeter)
Augsburg: Kobel - Gouweleeuw, Khedira (95. F. Jensen), Danso - Teigl, Max - Baier (87. Cordova), Hahn (80. Finnbogason), Koo, Richter (114. Stafylidis) - Gregoritsch; Trainer: Baum.
Leipzig: Gulacsi - Laimer, Konaté, Orban, Halstenberg - Demme (69. Mukiele) - Sabitzer, Kampl (91. Matheus Cunha) -  Bruma (62. Haidara) - Poulsen, Werner (84. Ilsanker); Trainer: Rangnick.
Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)

In einer starken Saison in der Fußball-Bundesliga, in der die Sachsen als Tabellendritter auf Champions-League-Kurs sind, geht die Erfolgsserie auch im Cup-Wettbewerb weiter. Wer die letzte Hürde auf dem Weg in das Finale am 25. Mai in Berlin sein wird, erfahren die Leipziger bei der Auslosung am Sonntag. Die RB-Torfabrik tat sich gegen gut sortierte Augsburger allerdings viel schwerer als beim 5:0-Schützenfest gegen Hertha BSC am Wochenende.

Eine große Geduldsfrage

Die Gastgeber setzten nach der 0:3-Enttäuschung im Abstiegskampf beim 1. FC Nürnberg diesmal auf eine sehr defensive Ausrichtung und hatten dennoch die erste gute Chance. Nach einer Hereingabe von André Hahn verzog Philipp Max (6.). Leipzig agierte dominanter und war doch auf die Torwartkünste von Peter Gulacsi angewiesen, der gegen Marco Richter (24.) zur Stelle war. Leipzig fehlte bei dem von Trainer Ralf Rangnick ausgerufenem "Pokal-Fight" in den eigenen Offensivaktionen oft die Präzision. Die beste Möglichkeit der Anfangsphase hatte Bruma (14.) nach Vorlage von Werner. Dabei deuteten die Leipziger immerhin an, wie gefährlich sie mit viel Tempo sein können. Einen ersten viel versprechenden Konter musste Werner (40.) abbrechen, als ihn die Augsburger Defensive noch rechtzeitig stellen konnte.

Spätestens mit dem Halbzeitpfiff war klar: Wie bei den beiden Nullnummern in der Bundesliga war die Partie eine große Geduldsfrage. In den drei Pokalrunden zuvor hatte Augsburg immer in der zweiten Halbzeit den Grundstein zum Sieg gelegt. Doch gegen die gefährliche RB-Offensive war zunächst weiter Abwarten angesagt. Erst nach knapp einer Stunde ging es wieder gefährlich Richtung RB-Tor. Hahn (58.) hätte bei einem Vorstoß im Strafraum präziser flanken müssen. Immerhin hielten die Augsburger mit hoher Konzentration Leipzig erstmal erfolgreich weit vom eigenen Strafraum entfernt.

Wie von Trainer Manuel Baum gefordert, wurde den Leipzigern der "Spaß am Spiel" genommen. Doch Werner entschied die zähe Partie mit einer Energieleistung. Im Sprint entwischte er Kevin Danso und vollendete gegen FCA-Torwart Gregor Kobel. Als für Augsburg alles verloren schien, spitzelte Finnbogason den Ball zum Ausgleich ins Tor. In der Verlängerung war dann Halstenberg ganz cool vom Elfmeterpunkt. Nach dem Schlusspfiff wurde es richtig hitzig, vor allem bei den FCA-Spielern lagen die Nerven blank. Während die meisten Leipziger mit ihren Fans feierten, gingen mehrere Augsburger auf Schiedsrichter Tobias Stieler los. Dessen Elfmeterentscheidung in der letzten Minute war indes absolut unstrittig.

Quelle: n-tv.de, tno/sid

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