Fußball

Königliche "Horrorfilm"-Saison Real setzt beim Neuaufbau auf Toni Kroos

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"Diese Saison hat keiner von uns sein Topniveau erreicht, auch ich nicht": Toni Kroos.

(Foto: imago images / DeFodi)

Der spanische Fußballklub Real Madrid steht vor den Scherben einer für königliche Verhältnisse katastrophalen Saison. Zinedine Zidane muss nun den dringenden Neuaufbau starten. Der Trainer verspielt in den gut zwei Monaten nach seiner Rückkehr allerdings viel Kredit - und setzt weiter auf Toni Kroos.

Erst Pleite mit Pfeifkonzert, dann die Nachricht der Vertragsverlängerung: 24 Stunden nach dem 0:2 im letzten Saisonspiel der Primera División gegen Betis Sevilla verkündete Spaniens Fußball-Rekordmeister Real Madrid, dass er weiter auf den deutschen Nationalspieler Toni Kroos zu setzen gedenkt. Der Weltmeister von 2014, der am Sonntag auf der Bank saß und eine schwache Saison spielte, unterzeichnete einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023. "Das ist ein besonderer Tag für mich. Ich bin sicher, dass wir in den nächsten vier Jahren gemeinsam viel Erfolg haben werden", sagte der 29 Jahre alte Profi.

Kroos über Mbappé

"Ich habe einen guten Vertrag - aber ich könnte ihn mir nicht leisten."  Toni Kroos nach seiner Vertragsverlängerung auf die Frage, ob er ab Sommer bei Real gerne mit Frankreichs Weltmeister Kylian Mbappé von Paris St. Germain zusammenspielen würde.

Nach der Katastrophensaison der Königlichen kam die schnelle Verlängerung überraschend. Denn Kroos stand nach Medienberichten auf der Liste der "Unerwünschten", die verkauft werden sollten. In einer an diesem Montag veröffentlichten Online-Umfrage der Zeitung "Marca" sprachen sich 75 Prozent von etwa 230.000 Lesern für eine Trennung von Kroos aus. Der suchte nicht nach Ausreden: "Diese Saison hat keiner von uns sein Topniveau erreicht, auch ich nicht." Nach drei Champions-League-Siegen in Serie sei ein solcher Leistungsabfall aber normal. An einen Weggang habe er aber nie gedacht. "Wenn es nicht gut läuft, will ich immer dazu beitragen, dass es wieder besser wird."

Angesichts der zu erwartenden Verstärkungen auch im Mittelfeld habe er keine Angst. "Wenn ich mein Niveau erreiche, habe ich da nie Probleme", sagte Kroos, der nun beim Neuaufbau helfen darf. "Das hier wird sich so oder so ändern. Mit Sicherheit", hatte Trainer Zinedine Zidane nach dem Abpfiff am Sonntag gesagt. Der Urlaub des vor gut zwei Monaten zum Bernabéu zurückgekehrten Franzosen dürfte nicht allzu unbeschwert ausfallen. Real hat eine der schlechtesten Spielzeiten der 117-jährigen Klubgeschichte hinter sich.

"Zidane war ein verdammtes Desaster"

"Das war ein Horrorfilm", bilanzierte die Digitalzeitung "El Confidencial". So viele Liga-Niederlagen wie in diese Saison, nämlich zwölf, hatte Real in diesem Jahrhundert bisher nicht eingesteckt. Insgesamt gingen die Madrilenen18 Mal als Verlierer vom Platz. Was die Fans aber am meisten schmerzt: Der Rückstand auf den großen Rivalen und Meister FC Barcelona, der acht der jüngsten elf Liga-Titel gewann, war am Ende mit 19 Punkten so groß wie noch nie bisher seit der Gründung der Liga im Jahr 1929.

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Schon in der Kritik: Zinedine Zidane.

(Foto: REUTERS)

Dass Zidane - der dritte Trainer der Saison nach Julen Lopetegui und Santiago Solari - mit fünf Siegen, vier Niederlagen und zwei Remis dazu beitrug, nimmt man ihm bereits übel. "Zidane war ein verdammtes Desaster", schrieb "El Mundo". Dass er die Champions League einmal als Profi und drei Mal als Trainer nach Madrid holte, scheint (fast) vergessen. Man wirft ihm vor, dass die Real-Profis unter seiner Ägide lediglich bei der zur Schau gestellten Lustlosigkeit einen Gang zulegten. Und auch, dass er Gareth Bale am Sonntag auf der Bank sitzen ließ und dem ganz oben auf der Verkaufsliste stehenden Waliser keine Gelegenheit zu einem würdigen Abschied gab. Nach Medienberichten sind die Wechsel des belgischen Chelsea-Stars Eden Hazard sowie des serbischen Sturm-Juwels Luka Jovic von Eintracht Frankfurt für jeweils 100 und 60 Millionen Euro so gut wie perfekt.

Zidane soll außerdem unter anderem an seinen Landsleuten Paul Pogba von Manchester United und Ferland Mendy von Olympique Lyon sowie an den Dänen Christian Eriksen von CL-Finalist Tottenham Hotspur interessiert sein. Im (Dauer-)Gespräch sind die PSG-Superstars Neymar und Kylian Mbappé. Auf der Liste der "Unerwünschten", die zum Verkauf stehen, tauchen neben Navas, Ceballos und Llorente auch Stars wie Isco und Asensio auf. Und natürlich Bale. Beim 29-Jährigen bahnt sich Ärger an. Der gut dotierte Vertrag des Stürmers läuft noch bis 2022. Es gibt nur wenige Vereine, die ein entsprechendes Gehalt zahlen können. Spanische Medien berichten, dass Bale keine Abstriche machen wolle. "Notfalls spiele ich drei Jahre lang Golf", soll der Waliser in der Kabine gesagt haben.

Quelle: n-tv.de, Emilio Rappold, dpa

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