Fußball

Es geht um 40 Millionen Euro Schalke 04 hat NRW-Hilfe noch nicht sicher

Der FC Schalke 04 steckt in einer Krise. Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Der Fußball-Bundesligist hat fast 200 Millionen Euro Schulden. Nun gibt es Berichte, dass das Land Nordrhein-Westfalen eine Bürgschaft übernehmen will. Ministerpräsident Laschet bestreitet allerdings eine Entscheidung.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat Berichte über eine millionenschwere Landesbürgschaft für den Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 mit Verweis auf die vorgeschriebene Vertraulichkeit unbestätigt gelassen. "Es gibt keine Entscheidung in irgendeiner Bürgschaftsfrage", sagte der CDU-Politiker in der Düsseldorfer Landespressekonferenz. Allerdings bestehe das Problem, dass er rechtlich "noch nicht mal bestätigen" dürfe, dass ein entsprechender Antrag existiere. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, dass der Klub eine Landesbürgschaft in Höhe von rund 40 Millionen Euro erhalte.

Generell seien Bürgschaften für Sportvereine nicht ungewöhnlich, so Laschet: "Seit 1995 wurden von jeder Landesregierung Bürgschaften auch an Fußballvereine gegeben. Was in den Medienberichten stand, auch mit den Zeiten, kann ich nicht bestätigen." Das NRW-Finanzministerium hatte auf SID-Anfrage ebenfalls mit Verweis auf das Bürgschaftsgeheimnis erklärt, eine Auskunft sei nicht möglich. Sämtliche Verhandlungen oder Beratungen seien vertraulich zu behandeln. Schalke wollte sich nicht äußern.

Fast 200 Millionen Euro Schulden

Nach "WAZ"-Informationen hat der Bürgschaftsausschuss das Vorhaben der mit 197,9 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Schalker (laut Konzernabschluss 2019) jedoch bereits positiv beurteilt, eine Bekanntgabe soll laut "Handelsblatt" am Mittwoch erfolgen. Demnach ist die an Bedingungen geknüpfte Ausfallbürgschaft eine Sicherung eines Kredites, den der Verein bei einer Bank aufnehmen will. Kann dieser Kredit von Schalker Seite nicht bedient werden, müsste das Land mit bis zu 80 Prozent einspringen - also letztlich die Steuerzahler/innen. Mindestens 20 Prozent des Risikos verbleiben beim Kreditinstitut.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte am Montag berichtet, dass die Schalker sich eine Gehaltsobergrenze für Spieler von 2,5 Millionen Euro jährlich auferlegen. Inwiefern dies im Zusammenhang mit der erwünschten Bürgschaft steht, ist unklar. Schalke-Vorstand Alexander Jobst hatte im April von einer "potenziell existenzbedrohenden" Lage gesprochen. Laut "Kicker" wurde die Option diskutiert, den schwerreichen, aber auch hochumstrittenen Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies ein weiteres Mal um Hilfe zu bitten. Dies sei angesichts der Proteste Schalker Fans und des schweren Corona-Ausbruchs in Tönnies' Fleischfabrik verworfen worden.

Der Schalker Verlust für die Saison 2018/19 lag bei 26,1 Millionen Euro. Jedes durch die Pandemie ausgefallene Heimspiel kostet etwa zwei Millionen.

Quelle: ntv.de, ara/sid