Fußball

Versuchter Platzsturm im Derby Terodde sorgt für Kölner Last-Minute-Ekstase

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Der Ex-Bochumer Simon Terodde sorgt für Kölner Ekstase.

(Foto: imago/Revierfoto)

Das Remis im Rheinderby scheint besiegelt, doch dann kommt Simon Terodde: Der Winterneuzugang des 1. FC Köln sorgt in der fünften Minute der Nachspielzeit noch für den Sieg gegen Gladbach. Die hadern derweil heftig mit dem Schiedsrichter.

Der 1. FC Köln hat sich dank Rückkehrer Simon Terodde einen immens wichtigen Sieg im 88. Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach erkämpft. Der Stürmer sorgte per Kopf für den 2:1(1:0)-Sieg des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga gegen den Rivalen und damit für den zweiten Saisonsieg. Mit einem weiteren Erfolg am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim direkten Konkurrenten Hamburger SV hätte der FC plötzlich wieder Chancen auf den Klassenerhalt. Gladbach dagegen enttäuschte und verpasste es, den Abstand auf die Champions-League-Plätze zu verkürzen. Mit weiterhin 28 Punkten bleibt das Team von Trainer Dieter Hecking Sechster.

"Bei der letzten Aktion bin ich instinktiv Richtung Ball gelaufen und habe ihn reingeschlagen. Besser kann man bei seinen neuen Mannschaftskollegen nicht ankommen", sagte Terodde bei Sky. FC-Verteidiger Frederik Sörensen (34.) hatte das umjubelte 1:0 erzielt. Der Däne setzte sich im Strafraum mit vollem Einsatz gegen seinen Landsmann Jannik Vestergaard durch und drückte den Ball aus wenigen Metern über die Linie. Raffael (69.) glich mit seinem siebten Saisontor für die Gladbacher zunächst aus, ehe Terodde in der Nachspielzeit (90.+5) das Stadion zum Beben brachte.

Sörensens Treffer war zunächst sinnbildlich für das Spiel des FC: Der technischen Stärke der Gäste setzte die Kölner Mannschaft vor ausverkauftem Haus mit 50.000 Zuschauern viel Leidenschaft und Engagement entgegen. Der Coach hatte das Derby im Vorfeld als "erstes von 17 Endspielen" bezeichnet. Entsprechend motiviert gingen seine Spieler zur Sache. Auch Jonas Hector, der seit September mit einem Syndesmoseriss ausgefallen war, fügte sich bei seinem Comeback nahtlos ein.

Köln erst souverän, dann hektisch

Gladbach bestimmte die Anfangsminuten, kam aber nur zu zwei Abschlüssen von Lars Stindl (13.) und Christoph Kramer (18.). Köln sorgte zunächst einzig durch Milos Jojic für Gefahr, seinen Schuss wehrte Gladbach-Keeper Yann Sommer jedoch stark ab (27.). Köln wurde stärker und erzwang den Führungstreffer von Sörensen. Anschließend zog sich der FC weiter zurück und lauerte auf Konter. Gladbach dagegen fand zunächst kaum Mittel, um die Defensive der Kölner zu knacken.

Im zweiten Durchgang erhöhte die Borussia das Risiko und den Druck. Hecking brachte den Brasilianer Raffael, um die schwächelnde Offensive zu beleben. Und der Spielmacher sorgte umgehend für Gefahr - Sörensen blockte einen Schuss Raffaels in höchster Not ab (59.). Köln konnte sich in dieser Phase kaum noch befreien und wurde zunehmend hektisch. Bei den wenigen Entlastungsangriffen schenkte der FC den Ball viel zu schnell her. Raffael nutzte einen der vielen Fehler zum Ausgleich. Gladbach hatte in der Schlussphase mehrere Möglichkeiten zum Sieg und Pech. Schiedsrichter Felix Zwayer verweigerte den Gästen nach einem Foul des Kölners Jorge Meré an Jonas Hofmann trotz Rücksprache mit dem Videoassistenten einen Elfmeter.

In der Halbzeitpause war es zu Tumulten zwischen den beiden Fanlagern gekommen. Kölner und Gladbacher Anhänger kletterten über den Zaun und versuchten, in den Innenraum zu gelangen. Die Polizei und die Sicherheitskräfte im Stadion hatten die Situation aber schnell im Griff. Dennoch blieb die Stimmung bis zum Schluss aufgeheizt.

Quelle: n-tv.de, tno/sid