"Keine Info über Rückzug"

UEFA nimmt Abstand von FIFA-Boykott vor U20-WM

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Die UEFA nimmt wohl Abstand von einem FIFA-Boykott.
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26.08.2026 | 15:23 Uhr
Die UEFA wird ihren angedrohten Boykott jeglicher FIFA-Wettbewerbe offenbar rechtzeitig zur U20-WM der Frauen aufgeben. Grundlage dafür sollen Zusicherungen des Weltverbands sein, keinen weiteren Investorenplan zu forcieren. Auch der polnische Ausrichter ist optimistisch.

Die U20-Weltmeisterschaft der Fußballerinnen wird offenbar ganz normal stattfinden. Für das Turnier, das am 5. September startet, "liegen dem polnischen Fußballverband (PZPN) keine Informationen über einen möglichen Rückzug einer teilnehmenden Mannschaft aus dem Turnier vor", heißt es vom Verband gegenüber ntv.de.

Dies deckt sich mit den Informationen der englischen Tageszeitung "The Guardian", dass der europäische Fußballverband UEFA kurz davorsteht, ihren angedrohten Boykott von FIFA-Wettbewerben aufzugeben. Zuvor soll sie konkrete Garantien erhalten haben, dass der Weltverband niemals erneut versuchen werde, Beteiligungen an der Weltmeisterschaft zu verkaufen. Die FIFA habe verbindlich zugesichert, dass ein vergleichbares Modell wie das gescheiterte Vorhaben ihres Präsidenten nicht erneut zur Diskussion gestellt werde.

Mit der Aufgabe des Boykott-Vorhabens würden europäische Teams für die anstehende U20-Frauen-WM sowie für nachfolgende Turniere antreten, ohne, dass es europaintern Knatsch geben würde. Denn Frankreichs Verband hatte bereits Anfang August mitgeteilt, trotz eines möglichen Boykotts ihr Team in jedem Fall in Polen antreten zu lassen. Die UEFA äußerte sich auf mehrfache Anfrage nicht zum Thema.

Der europäische Fußballverband hatte den Boykott angedroht, nachdem Infantinos Vorschlag für das Projekt "FIFA Forward Enterprise" bekannt geworden war. Demnach hätten 20 Prozent Anteile an private Investoren für rund 20 Milliarden Dollar veräußert werden sollen. Die FFE hätte die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben gebündelt. Auch nach der Aufgabe der Idee von FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte die UEFA an ihrer Haltung festgehalten: Die Voraussetzung, dass "derartige Versuche, das Spiel auf diese Weise zu entstellen, niemals wieder unternommen werden", sei noch nicht erfüllt worden.

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Verhandlungen seit mehreren Wochen

Trotz ihres öffentlichen Schlagabtauschs sollen UEFA und FIFA seit mehreren Wochen hinter verschlossenen Türen über die Bedingungen für die Aufhebung der Boykottdrohung verhandelt haben. Der europäische Verband habe nun offenbar die geforderten Zusicherungen erhalten.

Als die FIFA vier Tage nach dem Bekanntwerden des Vorhabens ihren Verzicht auf FFE bestätigte, hatte sie nicht zugesagt, einen ähnlichen Privatisierungsplan künftig auszuschließen. Dies soll sie inzwischen in einem vertraulichen Schriftwechsel getan haben.

Eine Entscheidung, den Boykott fallen zu lassen, würde den fünf qualifizierten Teams aus Europa die Teilnahme an der U20-Weltmeisterschaft ermöglichen: Neben Frankreich sind auch Italien, England, Portugal und Spanien qualifiziert - hinzukommen die Polinnen als Gastgeberinnen. Obwohl der Boykott bislang noch nicht offiziell zurückgenommen wurde, könnte das Thema bei einem Treffen des UEFA-Exekutivkomitees und der Verbandschefs im Vorfeld der Champions-League-Auslosung am Donnerstag in Monte-Carlo zur Sprache kommen.

Währenddessen ist unter anderem das Team Nigerias bereits in Polen angekommen und plant, wie auch Ghana, noch Testspiele gegen dort ansässige Teams. Für den polnischen Verband gehen die Turniervorbereitungen in die letzte Phase. Gegenüber ntv.de sagte ein Verbandssprecher: "Unsere Priorität bleibt es, die bestmöglichen Bedingungen für den Wettbewerb und für alle teilnehmenden Mannschaften zu gewährleisten. Für viele dieser jungen Spielerinnen stellt dieses Turnier einen wichtigen Meilenstein in ihrer sportlichen Karriere dar, und wir konzentrieren uns weiterhin voll und ganz darauf, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die ihrem Talent und ihrem Engagement gerecht wird."

Verwendete Quellen: ntv.de, mbl/ara