Oliver Baumann hat gefasst auf seine Ausbootung aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft durch den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp reagiert. "Ich weiß es jetzt schon länger, ich wusste es schon vor dem Stuttgart-Spiel (am vergangenen Wochenende, Anm.d.Red.). Ich hatte überhaupt keine negativen Gefühle für das Spiel heute", sagte der Kapitän der TSG Hoffenheim nach dem 0:2 der Badener zum Auftakt der Europa League bei OFI Kreta im Interview mit Nitro.
Er müsse die Entscheidung Klopps "akzeptieren", so Baumann. "Sie gefällt mir nicht, das ist klar. Sie schlagen einen anderen Weg ein, das muss ich akzeptieren und respektieren." Der 36-Jährige gehört nicht zu den zwei 22-Mann-Kadern, die Klopp für den Nations-League-Viererpack der Nationalelf nominiert hat, stattdessen setzt er auf Marc-André ter Stegen (Ajax) als "momentane" Nummer 1, Alexander Nübel (Besiktas), Finn Dahmen (FC Augsburg), Jonas Urbig (FC Bayern) und Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt).
Nagelsmanns Degradierung haute mehr rein
Baumann machte klar, dass ihn die Degradierung vor der Fußball-WM in den USA, in Kanada und Mexiko weitaus härter getroffen habe, als nun die Nichtnominierung. "Das im Sommer tat deutlich mehr weh, wie das gelaufen ist, war unfassbar, auch nicht nur aus einer Richtung tatsächlich", kritisierte Baumann Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann. Dieser hatte den in der WM-Qualifikation starken Baumann kurz vor dem Turnier zur Nummer 2 heruntergestuft und Manuel Neuer ins Tor zurückgeholt. Neuer trat im Anschluss an das WM-Aus gegen Paraguay erneut aus dem DFB-Team zurück.
Nach Nagelsmanns Demission und Klopps Einstieg habe er "nicht gewusst, wo ich dran bin. Das hat Jürgen so entschieden und das muss man akzeptieren", so der Hoffenheim-Kapitän. Baumann hat für die Nationalmannschaft 13 Spiele bestritten, das bislang letzte war die WM-Generalprobe gegen die USA in Chicago. Im Soldier Stadium hielt er gewohnt stark - Nagelsmann hatte sich da aber längst pro Neuer entschieden.

