Alles Banane, oder was? Die mitgereisten Fans von Manchester City brachten zum ersten Auswärtsspiel seit der Ligastrafe im Finanz-Skandal reichlich aufblasbare Bananen in den Block, sorgten damit rund um die Partie an der Anfield Road für ein skurriles Bild. Die Bananen haben durchaus Tradition in der Fankultur Manchester Citys und malten an diesem Sonntag ein Bild des Trotzes und Umgangs mit den neuen Feindseligkeiten gegen City.
Schon vor dem Spiel wurde deutlich, wie die Anhänger der Cityzens mit der entgegenschlagenden Wut und Ablehnung in Liverpool umgehen würden. Sie umarmten die unangenehme Situation. Einige dichtete ein Lied auf Khaldoon al-Mubarak, dem massiv in der Kritik stehenden Vereinschef von City. Anderen wedelten demonstrativ mit Geldscheinen, andere sangen: "Wir wissen, was wird sind, betrügende Bastarde" und griffen damit die Schmähgesänge der Liverpool-Fans auf ("Ihr wisst, was ihr seid: betrügende Bastarde")
Wie man das finden soll, kann jeder für sich beurteilen. Es zeigt aber eines: Selbstbewusstsein – genau das verdeutlichen auch die Bananen.
Woher kommen diese? Entstanden ist die Tradition der aufblasbaren Bananen Mitte der 1980er Jahren, wie er Klub selbst auf seiner Homepage beschreibt. Damals spielte das Team zeitweise nur in der 2. Liga. Andere (wenig erfolgreiche) Zeiten. Die genaue Ursprungszeit und der Hintergrund bleiben vage. Es gibt mehrere Mythen dazu. So soll zum Beispiel der damalige City-Fan Frank Newton eine Banane mit ins Stadion gebracht haben. Der damalige Stürmer Imre Varade erhielt den Spitznamen "Imre Banana". Der Running Gag wurde zur gelebten Fankultur. Klar ist: In den 1980er- und in den 1990er Jahren waren die Bananen häufig im Stadion zu sehen. Auch andere aufblasbare Dinge wurden mitgeschleppt, zum Beispiel Dinosaurier.
Es geht um Trotz
In Anlehnung an diese Zeit wollten die Fans gegen Liverpool augenscheinlich ihre Verbundenheit mit dem Verein demonstrieren, auch in der nun anstehenden schwierigen Zeit. Ein Sprecher der Fangruppe 1894 erklärte, es gehe bei der Aktion um Trotz und Zusammenhalt. Die Banane sollen damit auch für eine Zeit stehen, in der die heutigen Eigentümer noch nicht das Sagen hatten. "Die Botschaft ist ganz klar Trotz", sagte ein Fanclubmitglied der "Sporting News". "Es ist uns scheißegal, wer die Eigentümer sind – wir sind der Verein. Die Fans sind der Verein."

Hier grölt sich der verkabelte Haaland durchs Training
Zu jubeln hatten die Fans, unter denen auch Oasis-Sänger und Edelfan Noel Gallagher war, am Sonntagabend ziemlich viel. Nach einem sehenswerten Treffer Erling Haaland erhöhten Jeremy Doku und Rayan Cherki zum 3:0-Endstand. "Für jeden Einzelnen bei Manchester City und jeden Fan ist das ein wunderbarer Moment, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird", sagte Haaland nach der Partie.
Sportlich ist die Lage hervorragend: Nach sechs Spieltagen führt City mit sechs Siegen die Tabelle der Premier League an. Wie viel das am Ende wirklich wert sein wird, ist noch offen. City hat gegen das Urteil der Liga Berufung eingelegt. Strafen und Sanktionen sind noch ausstehend. Im schlimmsten Fall drohen Punkt- und Titelentzüge oder gar ein Zwangsabstieg. Da helfen dann auch keine Bananen mehr.

