Fußball

Gegen Eintracht fehlt der Biss Wolfsburg verpatzt die Tabellenspitze

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(Foto: REUTERS)

Der VfL Wolfsburg muss die Tabellenspitze dem FC Bayern München überlassen. Im späten Sonntagsspiel kommen die "Wölfe" nicht über ein Remis gegen die Frankfurter Eintracht hinaus. Das Team von Mark van Bommel läuft zunächst einem Rückstand hinterher - und schlampt dann auch noch bei der Chancenverwertung.

Der VfL Wolfsburg hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga ausgerechnet im Spiel gegen seinen ehemaligen Trainer Oliver Glasner eingebüßt. Der Österreicher und sein neuer Club Eintracht Frankfurt holten in der Volkswagen Arena ein glückliches 1:1 (1:0)-Unentschieden. Wout Weghorst verhinderte mit seinem Ausgleichstor in der 70. Minute wenigstens die erste Saisonniederlage des VfL. Sein niederländischer Landsmann Sam Lammers (38.) hatte die Eintracht in der ersten Halbzeit in Führung gebracht. Wegen der schlechteren Tordifferenz liegt Wolfsburg mit 13 Zählern hinter dem punktgleichen FC Bayern München auf Rang zwei.

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 1:1 (0:1)

Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Lacroix, Bornauw, Gerhardt (86. Roussillon) - Guilavogui, Arnold - Lukebakio, Waldschmidt (72. Baku), Steffen (46. Nmecha) - Weghorst. - Trainer: van Bommel

Frankfurt: Trapp - da Costa, Ndicka, Hinteregger, Durm - Sow (83. Hrustic), Jakic - Borre, Kamada (82. Ilsanker), Kostic (72. Lindström) - Lammers (72. Hauge). - Trainer: Glasner

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Tore: 0:1 Lammers (38.), 1:1 Weghorst (70.)

Am Ende war vor 9266 Zuschauern niemand zufrieden: Die "Wölfe" trauerten vielen vergebenen Chancen zu ihrem fünften Saisonsieg hinterher. Und die Frankfurter warten nach fünf Bundesliga-Spielen, ihrem DFB-Pokal-Aus und dem Europa-League-Auftakt gegen Fenerbahce Istanbul immer noch auf ihren ersten Erfolg überhaupt mit Glasner.

Der 47-Jährige hatte den VW-Club in den vergangenen beiden Jahren mit großem sportlichen Erfolg und hohem fußballerischen Wiedererkennungswert trainiert. Nicht zuletzt wegen seiner Differenzen mit Sportchef Jörg Schmadtke verließ er die "Wölfe" jedoch und zog es sogar vor, mit der Eintracht in der Europa League statt mit dem VfL in der Champions League zu spielen. Auf eine nachträgliche Verabschiedung des Österreichers verzichteten die Wolfsburger am Sonntagabend, trotzdem verlief seine Rückkehr in die Volkswagen Arena sehr herzlich. Vor allem mit Geschäftsführer Tim Schumacher und Torwarttrainer Pascal Formann sprach er sehr lange.

Eintracht mit dem 1:1 gut bedient

Dass er sich sportlich mit seinem Wechsel nicht unbedingt verbessert hat, musste Glasner bereits in den vergangenen Wochen erkennen. Bei seiner Rückkehr nach Wolfsburg sah es zunächst sogar so aus, als würde der VfL die Eintracht überrennen. Nach einer Kopfballchance von Josuha Guilavogui (4.), einem schönen Angriff über Dodi Lukebakio, Luca Waldschmidt und Kevin Mbabu (12.) sowie einem Lattentreffer von Wout Weghorst (16.) hätten die "Wölfe" schon sehr früh klar führen können. Dass sie diese Möglichkeiten nicht nutzten, rächte sich. Denn Frankfurt wurde besser, vor allem Filip Kostic und Daichi Kamada im offensiven Mittelfeld bekam der VfL kaum unter Kontrolle.

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Obwohl das Spiel gegen Fenerbahce erst am Donnerstagabend stattfand, verzichtete Glasner auf Änderungen seiner Anfangsformationen. Dass sich sein Team besser einspielt, ist ihm aktuell wichtiger als die Erholungspausen für einige viel beanspruchte Spieler. Nach vier Änderungen vor der Partie wechselte der neue Wolfsburger Trainer Mark van Bommel zu Beginn der zweiten Halbzeit auch noch den Stürmer Lukas Nmecha ein. Trotzdem zeigte sich weiter ein Problem, das schon Glasner in seiner Wolfsburger Zeit häufig beklagte: die Chancenverwertung. Weghorst vergab in der 54. Minute seine zweite Großchance. Der Belgier Lukebakio (56.) und Maximilian Arnold per Freistoß (69.) scheiterten jeweils an Frankfurts Torwart Kevin Trapp.

Eine Minute darauf war Weghorst dann zur Stelle und schoss aus spitzem Winkel zwischen zwei Gegenspielern und dem Pfosten ins Eintracht-Tor. Die Frankfurter Entlastung wurde jedoch irgendwann zu gering und der Druck des VfL zu stark. Selbst mit dem 1:1 war die Eintracht nach 90 Minuten gut bedient. In der Nachspielzeit wurde ein Wolfsburger Treffer wegen Abseits nicht anerkannt.

Quelle: ntv.de, Sebastian Stiekel, dpa

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