Fußball

Saison zum VergessenWolfsburg zittert vor Absturz in den tiefschwarzen Abgrund

25.05.2026, 06:21 Uhr
00:00 / 03:39
Dieter-Hecking-Trainer-coach-Wolfsburg-Fussball-1-Bundesliga-Bundesliga-Relegation-Hinspiel-Wolfsburg-vs-Paderborn-am-21-05-2026-in-der-Volkswagen-Arena-Wolfsburg-DFL-REGULATIONS-PROHIBIT-ANY-USE-OF-PHOTOGRAPHS-AS-IMAGE-SEQUENCES-AND-OR-QUASI-VIDEO
Dieter Hecking will mit dem VfL Wolfsburg die Klasse halten. (Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS)

Abschalten auf der Landesgartenschau: Dieter Hecking tankt Kraft fürs Abstiegsfinale und will mit dem VfL Wolfsburg das große Zittern besiegen. Im Relegations-Rückspiel beim Underdog SC Paderborn droht ein tiefer Absturz.

Den Gedanken an das Abstiegsendspiel entfloh Dieter Hecking für einen Moment. Als Fußball-Deutschland über Torjäger Harry Kane und die Super-Bayern staunte, schaltete er in der grünen Lunge Niedersachsens ab. "Ich war auf der Landesgartenschau", sagte der Trainer des VfL Wolfsburg, "ich habe nichts gesehen vom Pokalfinale." Seine ganze Kraft braucht Hecking schließlich, um den Absturz der Wölfe in die 2. Liga noch irgendwie abzuwenden.

Im Relegations-Rückspiel am Pfingstmontag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky und im Liveticker auf ntv.de) beim Zweitligisten SC Paderborn liegt der Druck bei den Wolfsburgern. Nach dem 0:0 aus dem Hinspiel müssen sie in Ostwestfalen gewinnen, wenn der VW-Klub nicht erstmals aus der Fußball-Bundesliga absteigen soll. "Wir wollten das Finale. Jetzt spielen wir es. Und wir haben alle Möglichkeiten, die Klasse zu halten", sagte Hecking, der sich bei der Pressekonferenz am Sonntag gelassen gab.

So erzählte der 61-Jährige davon, wie er den Samstag mit seiner Familie in den Schaugärten Bad Nenndorfs verbrachte, anstatt aus dem DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart (3:0) mögliche Erkenntnisse für seine Mission Klassenerhalt abzuleiten: "Ich denke, das muss man auch machen. Warum soll ich mein Leben nur wegen eines Spiels ändern? Ich genieße es genau, auch mal nicht an Fußball zu denken."

Wolfsburgs beispiellose Talfahrt

Dort, so Hecking, sei die Relegation "nicht das größte Thema" gewesen. Dennoch hätte ihn so manch einer darauf angesprochen. "Es gibt nicht nur Leute, die sagen: 'Hoffentlich steigt ihr ab.' Es gibt schon Leute, die uns viel Glück wünschen. Und das spüre ich eben auch. Man kann noch so erzählen: Alle wünschen Paderborn den Aufstieg. Sollen sie alle reden. Vielleicht sind sie alle traurig morgen Abend." Kommt es so, würden die Wolfsburger auch noch ein 30. Jahr im Oberhaus verweilen.

Danach hatte es in dieser Saison zum Vergessen, der schlechtesten seit dem Bundesliga-Aufstieg 1997, lange nicht ausgesehen. Mit Paul Simonis und Daniel Bauer verschliss der mit Europapokal-Ambitionen gestartete Klub zwei Trainer, auch Geschäftsführer Peter Christiansen musste gehen. Anfang März hatte dann Hecking übernommen, ehe er den Verein mit Ach und Krach in die Relegation hievte.

Die Rettung wäre nun das glimpfliche Ende dieser beispiellosen Talfahrt. Bei aller Ruhe und Gelassenheit fiebert Hecking dem Finale in Paderborn aber auch entgegen: "Ich liebe das. Da gibt es kein Herumreden mehr. Da heißt es: Lieferst du oder lieferst du nicht?" Bereits 2017 gegen Eintracht Braunschweig und 2018 gegen Holstein Kiel hatte der VfL im Nachsitzen den Abstieg verhindert. Die Paderborner sind jedoch ein harter Gegner, wie sie im Hinspiel bewiesen.

Stark hatte das Team von Trainer Ralf Kettemann dagegengehalten, ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Der Glaube an den dritten Bundesliga-Aufstieg nach 2014 und 2019 ist folglich da, wobei der Coach vor der individuellen Qualität der Wolfsburger warnte. "Es ist wahrscheinlich mit die anspruchsvollste Relegation, die es gibt für einen Zweitligisten", sagte Kettemann: "Es ist nun mal Wolfsburg. Die hatten sicherlich was anderes vor, aber Wolfsburg lebt."

Quelle: ntv.de, dbe/sid

RelegationsspieleSC Paderborn 07VfL WolfsburgDieter Hecking