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Olympisches Finaldrama gegen OAR Deutschland verpasst Eishockey-Gold knapp

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Nikita Gussew traf 56 Sekunden vor Ende des Schlussdrittels zum 3:3 Ausgleich für die OAR, die zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl spielten.

(Foto: REUTERS)

56 Sekunden fehlen der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen die favorisierten "Olympischen Athleten aus Russland" zum Olympiasieg. In Überzahl muss das DEB-Team erst kurz vor Schluss den Ausgleich hinnehmen - und verliert dann nach Verlängerung.

Das deutsche Eishockey-Sensationsteam hat den goldenen Schlusspunkt unter sein Olympia-Wunder im Endspiel gegen die "Olympischen Athleten aus Russland" nur knapp verpasst. Nach dem hoch dramatischen 3:4 (0:1, 1:0, 2:2) nach Verlängerung im Finale gegen die OAR in Pyeongchang bleibt es bei der zuvor bereits perfekten Silbermedaille. Aber allein dies ist bereits der größte Erfolg in der Geschichte des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB).

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Gegen das hochfavorisierte OAR-Team stand Deutschland aber dank unglaublicher Leidenschaft kurz davor, sogar Gold aus Südkorea mitzunehmen. Jonas Müller (57.) traf in einer wilden Schlussphase zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung, doch die Russen retteten sich in Unterzahl mit einem Treffer 55,5 Sekunden vor Schluss noch in die Overtime. Dort traf Kirill Kaprisow 10:19 Minuten vor dem Ende in Überzahl zum Olympia-Sieg der Russen. Die wundersame Siegesserie der DEB-Cracks, die unter anderem mit den völlig unerwarteten Erfolgen gegen Weltmeister Schweden und Sotschi-Olympiasieger Kanada die Sportprominenz weltweit und die Fans in Deutschland verzückt hatten, fand damit im Finale ein dramatisches Ende.

"Es ist hart. Wir waren nah dran. Aber trotzdem dürfen die Jungs nicht vergessen, sie bringen Silber heim mit nach Deutschland", sagte Bundestrainer Marco Sturm: "Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Heute war es einfach bitter. Aber der Stolz überwiegt. Ich bin einfach nur happy, dass die Jungs die Medaille mit heim nehmen." Ähnlich sah es Verteidiger Christian Ehrhoff, der am Abend bei der Schlussfeier noch die deutsche Fahne tragen durfte: "Wenn wir mal auf das gesamte Turnier zurückblicken, dann können wir unglaublich stolz sein, was wir hier mit der Mannschaft erreicht haben."

Irres Schlussdrittel ohne Happy End

Gegen die russischen Stars um Pawel Dazjuk und Ilja Kowaltschuk kämpfte das deutsche Team, warf sich in Schüsse, checkte die Gegner, doch am Ende reichten die Kräfte nach dem emotionalen Olympia-Highlight gegen den nicht mehr alleinigen Rekord-Olympiasieger Kanada nicht mehr. Wjatscheslaw Wojnow (20. Minute), Nikita Gussew (54./60.) mit einem späten Doppelschlag und Kaprisow schossen die Russen zum nun ebenfalls neunten Olympiasieg. Für das OAR-Team war es das erste Olympia-Gold seit 26 Jahren. Damals hatte die Sbornaja nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion als Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) triumphiert. Felix Schütz erzielte im zweiten Abschnitt das zwischenzeitliche 1:1 (30.), bis zum Ende blieb das Endspiel tatsächlich ausgeglichen. Dominik Kahun (54.) traf in einem wahren Thriller nur zehn Sekunden nach der neuerlichen Führung des Favoriten erneut zum verdienten Ausgleich, ehe Müller sogar die erstmalige Führung erzielte.

Von Beginn an war Deutschlands erneut bravourös haltender Torhüter Danny aus den Birken enormem Druck ausgesetzt. "Besonders am Anfang wollen die Russen mit Macht die Führung erzielen. Ich bin gespannt, wie sich unsere Mannschaft in das Spiel hineinarbeiten kann", hatte DEB-Präsident Franz Reindl vor dem Spiel dem ZDF gesagt. Und die DEB-Auswahl arbeitete sich hervorragend rein. Wie immer in diesem Turnier hielt sie mit Kampf und Leidenschaft gegen den Rekord-Weltmeister dagegen, hatte vor dem Tor aber kein Glück. Eine halbe Sekunde vor dem Ende des ersten Drittels schlug es dann doch noch im deutschen Tor ein. Gegen Wojnows Schlagschuss war aus den Birken machtlos. Im zweiten Drittel steigerte sich der krasse Turnier-Außenseiter. Stürmer Schütz, der viele Russen aus seiner Zeit in der KHL kennt, überwand den russischen Goalie Wassili Koschetschkin.

Nach dem Jahrhundertspiel gegen Kanada, in dem sich die deutsche Mannschaft teilweise in einen Rausch gespielt hatte, versuchten die Spieler um Deutschlands Fahnenträger bei der Schlussfeier, Christian Ehrhoff, im Schlussdrittel noch einmal alles. Im stärksten Abschnitt waren sie sogar spielbestimmend und es kam zu einem dramatischen Endspurt mit mehreren Führungswechseln. Russland rettete sich gerade noch so in die Verlängerung - und setzte dort in Überzahl den goldenen Treffer.

Nach dem knapp verpassten Olympia-Wunder flossen bei Deutschlands geschlagenen Eishockey-Helden erst einmal die Tränen. Erst mit den Silbermedaillen um den Hals kehrte das Lächeln ganz langsam in die Gesichter zurück. DEB-Goalie aus den Birken wurde vom Eishockey-Weltverband IIHF zudem zum besten Torhüter des olympischen Turniers gewählt.

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Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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