Wirtschaft

"Wir bitten Kunden um Geduld" Aldi-Nord-Chef rät, Ostereinkäufe zu verteilen

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Coronavirus und Ostereinkäufe dürften die Geduld der Käufer hart auf die Probe stellen.

(Foto: imago images/Waldmüller)

Die Osterfeiertage werden für Lebensmittelhändler ein zusätzlicher Kraftakt. Um Schlangen vor den Geschäften zu vermeiden, appelliert der Deutschland-Chef von Aldi Nord, de Lope, an die Kunden. Als Profiteur der Corona-Krise sieht er den Discounter nicht.

Bei Aldi Nord herrscht vor dem Osterwochenende Hochbetrieb. Die Läden sind voll, das Geschäft brummt. Entsprechend schnell sind einige Waren auch vergriffen. Der Druck, die Regale zu füllen, bleibt in der Corona-Krise für alle Supermärkte unverändert hoch. Auch dem Discounter Aldi gelingt es nicht immer, schnell nachzufüllen. War es die vergangenen Wochen schon eng mit dem Nachschub, stellen die bevorstehenden Feiertage eine zusätzliche Herausforderung dar.

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Nicolás de Lope ist verantwortlich für das Deutschlandgeschäft von Aldi Nord.

Zwar sei die Versorgung sichergestellt, wie Aldi Nord betont. Der Warenbedarf bei manchen Artikeln sei jedoch teilweise so hoch, "dass obwohl ständig Waren in die Märkte geliefert werden, es immer wieder dazu kommt, dass einzelne Artikel ausverkauft sind", sagt Deutschland-Chef Nicolás de Lope im Interview mit ntv. Weiterhin Mangelware sind nach seinen Worten Toilettenpapier, Fertiggerichte, Reis und Teigwaren. Hoch sei auch der Bedarf an frischen Artikeln und Fertigprodukten. Kunden empfiehlt er für den Fall, dass die gewünschten Artikel nicht vorrätig seien, auf Alternativprodukte zurückzugreifen.

Die Beschaffung von Waren sei "eine größere Herausforderung" geworden, sagt der 50-Jährige, der seit anderthalb Jahren für das Deutschlandgeschäft verantwortlich ist. "Wir müssen ständig unsere Liefer- und Logistikprozesse anpassen." De Lope nennt es "auf Sicht fahren". Die Situation bei Obst und Gemüse zeige, wie schwierig die Versorgung teils geworden sei: "Früher saßen zwei Fahrer - zum Beispiel aus Spanien - im Lkw und konnten sich abwechseln, heute sitzt hier nur noch einer." Der Lkw komme entsprechend langsamer voran. Hinzu kämen die Rückstaus bei der Abfertigung. Im März habe es an der polnischen Grenze lange Schlangen gegeben. "Hier hat uns die sächsische Polizei beispielsweise eine Notrufnummer eingerichtet, die wir anrufen können, um Lkw aus der Schlange zu ziehen. Das sind tolle pragmatische Lösungen, die wir brauchen."

Dem anstehenden Feiertagseinkauf blickt Aldi Nord wie andere Handelsketten mit Sorge entgegen. Ebenso wie die Konkurrenten appelliert de Lope: "Einkäufe im Rahmen des Möglichen vorzuziehen oder über die Ostertage zu verteilen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig an Tagen wie Gründonnerstag oder Ostersamstag nicht zu hoch ist." Für den Fall, dass Kunden wegen des Ansturms mal vor einem Markt warten müssten, bittet er vorsorglich um Verständnis. "Zudem hoffen wir, dass unsere Kunden verstehen, dass wir an den Ostertagen unsere Öffnungszeiten nicht flächendeckend erweitert haben, weil wir diese Tage brauchen, damit unsere Mitarbeiter zur Ruhe kommen."

Auch wenn das Geschäft brummt, als Profiteur der Corona-Krise sieht sich Aldi Nord nicht. "Denn mit den höheren Umsätzen sind auch Kosten verbunden", sagt de Lope. Dazu zählen nach seinen Worten nicht nur die Kosten in der Beschaffung, in der Anpassung von Liefer- und Logistik-Prozessen, sondern auch Kosten durch Hygienemaßnahmen in den Märkten. "Ich glaube, bei so einer schlimmen Krise kann man nicht von Gewinner sprechen. Wie sich die Krise auf uns und unsere Betriebsergebnisse auswirkt, das werden wir noch bewerten müssen."

Quelle: ntv.de, ddi