Wirtschaft

"Wachsen auf niedrigerem Niveau" BMW könnte noch mehr Jobs streichen

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Die ohnehin kriselnde Branche ist durch die Corona-Pandemie hart getroffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Den Abbau von 6000 Stellen hat der Münchner Autobauer bereits eingeplant. Wegen des Kostendrucks durch Corona könnten es aber noch mehr werden, wie BMW-Personalchefin Horstmeier einräumt. Es müssten "die richtigen Prioritäten" gesetzt werden, "da werden wir nachschärfen müssen".

Der Autobauer schließt angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie einen weiteren Stellenabbau nicht aus. "Wenn der Absatz einbricht, entsteht natürlich zusätzlicher Kostendruck", sagte BMW-Personalvorständin Ilka Horstmeier der "Rheinischen Post".

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Gleichzeitig müsse in Zukunftstechnologien wie den Ausbau der Elektromobilität investiert werden, so die Personalchefin weiter. Schon jetzt wachse BMW "auf einem niedrigeren Niveau als ursprünglich geplant". Deshalb gehe es jetzt darum, "die richtigen Prioritäten" zu setzen - "und da werden wir noch einmal nachschärfen müssen".

Zunächst bedeute das aber, auf Sicht zu fahren. "Keiner weiß, wie die Lage in zwei Jahren ist", so Horstmeier. Sicher sei aber auch, dass BMW in den nächsten Jahren mit weniger Personal auskommen werde. "Wir nutzen dabei die Fluktuation, bieten ein Frühverrentungsprogramm, geben aber auch jungen Mitarbeitern die Möglichkeit, nochmal zu studieren oder eine Ausbildung zu machen - mit Rückkehrgarantie."

Ungefähr 370 Millionen Euro im Jahr fließen laut Horstmeier im Rahmen der Wende zur E-Mobilität in die Weiterqualifizierung der Mitarbeiter. Es werde in Zukunft aber nicht nur Elektroautos geben. "Es gibt viele Regionen, wo man allein wegen fehlender Infrastruktur mit einem sparsamen Verbrennungsmotor deutlich besser dran ist." Deshalb biete BMW den Kunden beides, sowohl Verbrenner, als auch E-Autos.

Im Juni hatte BMW mitgeteilt, in der Corona-Krise 6000 Stellen streichen zu wollen. Die ohnehin kriselnde Branche ist durch die Pandemie hart getroffen. Sollte sie sich zum Herbst verschärfen, könnte das die deutschen Automobilbranche nach Expertenschätzungen rund 100.000 Arbeitsplätze kosten.

Quelle: ntv.de, ddi