Wirtschaft

Insiderhandel vor Firmen-K.O.? Bafin zeigt Ex-Wirecard-Chef Braun an

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Ex-Vorstandschef Braun ist derzeit auf Kaution frei.

(Foto: picture alliance/dpa)

Markus Braun war größter Aktionär von Wirecard. Doch als 1,9 Milliarden Euro aus der Firmenbilanz verschwinden, macht der damalige Vorstandschef mit seinen Aktien Kasse. Die Finanzaufsicht Bafin glaubt, dass es nicht mit rechten Dingen zuging.

Die Finanzaufsicht Bafin hat im Wirecard-Skandal Ex-Vorstandschef Markus Braun nun auch wegen Insiderhandels im Visier. Eine Behördensprecherin teilte mit, man habe bei der Staatsanwaltschaft München Anzeige gegen die MB Beteiligungsgesellschaft erstattet, hinter der Braun steht. Es gehe um den Verkauf von Wirecard-Aktien für 6,6 Millionen Euro am 24. Juni - am Tag bevor der Zahlungsabwickler Insolvenz angemeldet hatte. Weitere Verkäufe für 3,4 Millionen Euro durch MB zwei Tage vorher würden ebenfalls untersucht.

Braun war zu diesem Zeitpunkt bereits als Vorstandschef zurückgetreten. Kurz zuvor musste das Unternehmen aus Aschheim bei München einräumen, dass 1,9 Milliarden Euro aus seiner Bilanz aller Voraussicht nach nicht existierten.

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt bereits, ob und inwieweit der Österreicher Braun in die Betrügereien verwickelt ist. Er war am 22. Juni gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Aktienpaket über 155 Millionen Euro

Braun war auch größter Einzelaktionär von Wirecard. Den größten Teil seines Aktienpakets von acht Prozent hatte er bereits am 18. und 19. Juni für 155 Millionen Euro verkauft. Wegen des Kurssturzes der Aktie musste er die Papiere losschlagen, um Nachschusspflichten gegenüber Kreditgebern, sogenannte Margin Calls zu erfüllen, wie es damals hieß. Die Bafin erklärte, auch diese Transaktionen würden auf möglichen Insiderhandel hin überprüft.

Zweifelhaften Aktiengeschäften im Vorfeld der spektakulären Pleite sind die Finanzaufseher ohnehin schon auf der Spur. Die Bafin hatte am Montag erklärt, einen ersten Insiderverdacht an die Staatsanwaltschaft weitergegeben zu haben. Nach einem "Handelsblatt"-Bericht geht es dabei um einen Eintrag in einem Onlineforum für Anleger. Dort hatte ein anonymer Nutzer geschrieben, dass die Wirtschaftsprüfer von EY die Bilanz von Wirecard nicht uneingeschränkt testieren würden - acht Tage vor der tatsächlichen Verweigerung des Testats. Dem Beitrag zufolge habe das Wirecard-Management nicht nachweisen können, woher erhebliche Summen als Sicherheiten auf Treuhandkonten stammten. Mitarbeiter hätten die Information weitergegeben.

Quelle: ntv.de, chr/rts

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