Wirtschaft

Bafin meldet Insider-Verdacht Forennutzer sagte Wirecard-Skandal voraus

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Immer wieder kommen neue Details um den Skandal bei Wirecard zutage.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Der Zusammenbruch von Wirecard trifft viele Anleger ins Mark. Die Staatsanwaltschaft beschäftigt nun ein dubioser Eintrag in einem Internetforum. Dort prophezeit ein Nutzer die Ergebnisse der Bilanzprüfung - acht Tage vor deren Veröffentlichung.

Die Finanzaufsicht Bafin hat die Staatsanwaltschaft München über einen Insider-Verdacht beim kollabierten Zahlungsdienstleister Wirecard informiert. Eine Bafin-Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Vorabbericht des "Handelsblatts". Darin heiß es, problematisch sei unter anderem ein Post in einem Börsen-Forum.

Acht Tage vor dem Wirecard-Crash habe darin ein Nutzer geschrieben, dass der Bilanzprüfer EY am 18. Juni nicht uneingeschränkt testieren werde. Die Wirecard-Geschäftsführung habe keine erforderlichen Nachweise erbracht, woher erhebliche Summen als Sicherheiten auf Treuhandkonten stammten, und Mitarbeiter hätten die Information weitergegeben, habe es in dem Post geheißen.

"Woher ich diese Kenntnis habe, bleibt mir überlassen", schrieb der anonyme Hinweisgeber im fraglichen Eintrag. "Näheres wird am 18. Juni 2020 bekanntgegeben", schließt er seine Warnung. Damit habe der bislang unbekannte Forennutzer das Prüfergebnis von EY vorweggenommen, fasste das "Handelsblatt" die Lage zusammen.

*Datenschutz

Schon im Frühjahr 2020 seien Konzern-Insider bei Wirecard über Probleme mit der Abschlussprüfung informiert gewesen, heißt es in dem Bericht weiter. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München bekräftigte auf Anfrage lediglich frühere Aussagen, dass es umfangreiche Ermittlungen gegen den ehemaligen Wirecard-Vorstandschef Markus Braun und weitere Beschuldigte gebe. Dabei würden alle in Betracht kommenden Straftaten geprüft, erklärte sie. Zur Frage ob auch Insiderhandel dazu gehört, wollte sie sich nicht äußern.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa