Wirtschaft

Aktionäre meutern wegen Monsanto Bayer steht hitzige Hauptversammlung bevor

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Entspannt sieht anders aus: Bayer-Chef Baumann sieht einer turbulenten Hauptversammlung entgegen.

(Foto: www.imago-images.de)

Vor dem ersten Aktionärstreffen nach der Monsanto-Übernahme wächst bei Bayer-Aktionären der Zorn auf die Konzernspitze. Im Vorfeld der Hauptversammlung mehren sich Stimmen, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern.

Als Folge der Gerichtsprozesse rund um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat erhöhen einflussreiche Anteilseigner des Pharma- und Agrarchemiekonzerns Bayer den Druck auf die Unternehmensführung. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) etwa fordert öffentlich, Vorstand und Aufsichtsrat auf der anstehenden Hauptversammlung vorerst die Entlastung zu verweigern. Für das anstehende Aktionärstreffen an diesem Freitag liegen bereits zwei Anträge vor, gegen die Entlastung des Vorstands zu stimmen.

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"Aufgrund der aktuellen Situation ist es den Aktionären nicht möglich, eine abschließende, seriöse Entscheidung über die Entlastung von Vorstand und auch Aufsichtsrat zu treffen", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler in Düsseldorf. "Die Bayer-Führung verweist fortwährend auf die langfristige Sinnhaftigkeit der Monsanto-Übernahme, die Aktionäre dagegen sehen den massiven Verlust in ihren Depots und in der Reputation des Bayer-Konzerns."

Bayer hatte Monsanto im vergangenen Jahr für mehr als 60 Milliarden US-Dollar übernommen. Kritiker der Übernahme werfen dem Konzern vor, die Risiken des Kaufs angesichts von Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter unterschätzt zu haben.

Bayer verteidigt Monsanto-Übernahme

Bayer betont in einer Stellungnahme zu den Gegenanträgen für die Hauptversammlung, der Vorstand habe bei der Übernahme von Monsanto "auch die Risiken geprüft, die mit dem Glyphosatgeschäft" verbunden seien. Die Risikobewertung habe klar ergeben, dass die glyphosathaltigen Produkte "bei sachgemäßer Anwendung sicher sind".

Mittlerweile hat Bayer allerdings bereits zwei Geschworenen-Prozesse in den USA verloren, in denen die Kläger Entschädigungen von jeweils fast 80 Millionen Dollar zugesprochen bekamen. Weitere Prozesse sind vor Gericht anhängig. Seit dem ersten Urteil hat die Bayer-Aktie mehr als ein Drittel an Wert verloren. Der Konzern will in beiden Fällen in Berufung gehen. Insgesamt gibt es aber schon 11.000 Klagen.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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