Wirtschaft

Eigner kaufen selbst Aktien C&A-Familie rettet Börsengang

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Eigentlich flutscht es bei den Neuemissionen: ​Die Aktien von 10 der 16 Börsenneulinge liegen im Plus, nur 5 verzeichnen Verluste.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit einem ungewöhnlichen Coup rettet die Unternehmerfamilie Brenninkmeijer den in Kürze geplanten Börsengang des eigenen Autozulieferers Novem. Mangels Interesses der Öffentlichkeit greifen die Eigner von C&A selber zu. Dass eine Neuemission derzeit zum Ladenhüter wird, ist ungewöhnlich.

Der bisher letzte Börsengang des Jahres in Frankfurt war auch der mühsamste: Nur eine große Kauforder der Unternehmerfamilie Brenninkmeijer für die Aktien des bayerischen Autozulieferers Novem brachte die Emission über die Ziellinie. Fast ein Drittel der verkauften 15 Millionen Papiere geht an die Eigentümer der Bekleidungskette C&A, wie Novem in der Nacht mitteilte.

Kurios: Der deutsch-niederländischen Familie gehört der Hersteller von Zierteilen bereits seit zehn Jahren. Nach dem Börsengang wird lediglich ein Teil des Aktienpakets in der Holding Cofra statt in der Beteiligungsgesellschaft Bregal liegen. Dass eine Neueemission zum Ladenhüter wird, ist derzeit ungewöhnlich. Die vergangenen Neuemissionen sind für Anleger größtenteils ein gutes Geschäft gewesen.

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Die Aktien von 10 der 16 Börsenneulinge liegen im Plus, nur 5 verzeichnen Verluste. Am erfolgreichsten schlug sich in diesem Jahr bislang die Vodafone-Funkturmtochter Vantage Towers, die seit der Erstnotiz ein Plus von 24 Prozent erreichte, vor dem Fahrradhändler Bike24 mit 22 Prozent. Die Aktien des Getriebeherstellers hGears lagen am Donnerstag dagegen 14 Prozent unter dem Ausgabepreise. Die Neuemissionen 2021 brachten bisher 9,8 Milliarden Euro ein. Angesichts zahlreicher weiterer Kandidaten zeichnet sich das beste Jahr für Börsengänge seit dem Boom am Neuen Markt vor 20 Jahren ab. Zu schlagen gilt es das Jahr 2018, in dem insgesamt 18 Unternehmen mit einem Emissionsvolumen von 11,3 Milliarden Euro an die Frankfurter Börse gingen.

Einen Rückzieher machten nur der Online-Autohändler MeinAuto sowie der Solar- und Windparkbetreiber Blue Elephant Energy, der sich stattdessen bei neuen Investoren frisches Geld für seine Expansion besorgte.

Einstieg in den Ausstieg?

Novem teilte die Aktien zu 16,50 Euro zu, am unteren Ende der Preisspanne, die bis 19,50 Euro reichte. Das Unternehmen musste bis zum letzten Tag um den Erfolg der Emission zittern. Bis dahin lagen gerade einmal so viele Orders vor, wie Aktien verkauft werden sollten. Doch nach einer Faustregel sollten die Kaufaufträge das Zweifache des Emissionsvolumens ausmachen, um eine gute Mischung kurz- und langfristig orientierter Aktionäre zu erreichen. Dann meldeten die begleitenden Banken große Orders der Brenninkmeijers und eines weiteren ungenannten Investors, an die zusammen 7,42 Millionen der 14,95 Millionen ausgegebenen Aktien gehen.

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Nur 17 Prozent der Novem-Aktien werden zum Börsenstart am Montag (19. Juli) im Streubesitz sein. Doch mit der Börsennotiz kann die Familie weitere Aktien verkaufen; sie unterliegt aber einer Haltefrist von einem halben Jahr.

Bregal war bei dem Unternehmen aus Vorbach bei Bayreuth vor zehn Jahren eingestiegen, als Novem in finanziellen Schwierigkeiten war, weil ein Finanzinvestor der Firma zu viele Schulden aufgeladen hatte. Inzwischen ist Novem weitgehend entschuldet. Das Unternehmen nimmt 50 Millionen Euro mit der Ausgabe neuer Aktien ein, insgesamt liegt das Volumen der Emission bei 247 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, ddi/rts

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