Wirtschaft

Influencer-Manager im Gespräch "Cookiekalypse" erschüttert Werbeindustrie

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Tech-Riesen streiten über Cookies, Influencer könnten profitieren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Tobias Schiwek ist Chef des Medienunternehmens "We Are Era", das rund 1600 Influencer unter seinen Fittichen hat. Allein auf Youtube generieren die "We Are Era"-Künstler 4 Milliarden Klicks pro Monat, berichtet Schiwek. Das Geschäft könnte wegen der "Cookiekalypse" bald noch besser laufen.

In der großen Welt des Internets schwelt ein Kampf um Cookies. Die kann man sich als Datenpakete vorstellen, die im Netz erzeugt werden, um individuelle Nutzerdaten zu speichern. Ein praktisches Werkzeug für die Werbeindustrie, um das ein großer Streit entbrannt ist. "Die großen Tech-Plattformen liefern sich gerade einen Kampf, um Cookies von Drittanbietern zu verbieten", erklärt Tobias Schiwek, CEO von "We Are Era", im ntv-Podcast "So techt Deutschland".

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Tobias Schiwek leitet die Influencer-Agentur We Are Era.

(Foto: We Are Era)

Dabei geht es vor allem darum, das plattformübergreifende Tracking zu unterbinden. Wenn das so kommen sollte, "erschüttert das einige Geschäftsmodelle und auch einige Denkschulen, wie digitale Werbung funktioniert." Influencer und damit auch Unternehmen wie "We are Era" könnten von der Entwicklung profitieren, weil sie nicht von Cookies abhängig sind. Sie selbst seien gewissermaßen eine Art emotionaler Cookie.

Influencer-Begriff ist "verbrannt"

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der n-tv App, bei Audio Now, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Der Berufswunsch Influencer ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Dabei ist der Begriff selbst schon etwas in Verruf geraten oder "verbrannt worden", wie es Tobias Schiewk ausdrückt. Aus Menschen Litfaßsäulen zu machen, schade allen Beteiligten. Deshalb bevorzugt "We are Era" andere Bezeichnungen. "Wir sagen mittlerweile, wir managen 1600 Künstler aus ganz Europa", erzählt der CEO.

Noch könnten nicht alle von ihrer Social-Media-Präsenz leben. Aber wenn es klappt, kann es richtig durch die Decke gehen. Ein Beispiel sei Nikkie de Jager, die in diesem Jahr zum Moderatoren-Team des Eurovision Song Contest gehörte. Seit 2019 wird sie von "We Are Era" betreut, damals noch mit 400.000 Followern. Mittlerweile habe sie plattformenübergreifend "30 Millionen Follower und eine Netflix-Serie", so Schiwek.

Wie die deutsche Influencer-Szene aufgestellt ist, was einen guten Künstler im Netz ausmacht und ob Unternehmen überhaupt noch an ihnen für Werbung vorbeikommen, erzählt Tobias Schiwek in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

Quelle: ntv.de, sks

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