Wirtschaft

Für mehr Produktionskapazitäten Curevac holt Novartis ins Impfstoff-Team

231920088.jpg

Curevac begann bereits im Herbst 2020 mit dem Aufbau eines europäischen Netzwerks zur Impfmittel-Herstellung.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Der Biotech-Konzern Curevac steht in den Startlöchern für die Massenproduktion seines Corona-Impfstoffs CVnCOV. Als neuester Partner wird auch das Schweizer Unternehmen Novartis für Curevac produzieren. Zusammen haben sie bereits für dieses Jahr große Pläne.

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac holt sich mit Novartis den nächsten Partner an Bord. Der Schweizer Konzern werde in die Produktion des Impfstoffkandidaten CVnCoV einsteigen, teilte Curevac mit. Die Vorbereitungen für den Produktionsstart, für den Technologietransfer und die Testläufe hätten schon begonnen. Novartis wolle bis zu 50 Millionen Dosen bis Ende 2021 und bis zu rund 200 Millionen Dosen im Jahr 2022 herstellen.

Novartis
Novartis 72,68

Der Beginn der Auslieferungen vom Produktionsstandort in Kundl in Österreich erfolge voraussichtlich ab Sommer 2021. "Gemeinsam mit unserem neuen Partner können wir unsere Produktionskapazitäten deutlich erhöhen und unser Fertigungsnetzwerk auf eine noch breitere Basis stellen", sagte Curevac-Vorstand Florian von der Mülbe. Das Unternehmen will in diesem Jahr bis zu 300 Millionen Impfstoffdosen herstellen und 2022 bis zu eine Milliarde Dosen.

Curevac hatte im Herbst 2020 damit begonnen, ein europäisches Netzwerk zur Impfstoff-Herstellung mit mehreren Dienstleistungspartnern aufzubauen. Bislang hat Curevac Vereinbarungen mit Bayer, Fareva, Wacker, Rentschler und anderen geschlossen. Curevac hatte die entscheidende Studie für seinen Impfstoff mit mehr als 35.000 Teilnehmern im Dezember gestartet. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass erste Ergebnisse aus der Studie Anfang des zweiten Quartals vorliegen. Denn bei den Infektionsfällen unter den Probanden müssten auch die neuen ansteckenderen Virus-Varianten berücksichtigt werden, sagte ein Sprecher. "Wir brauchen eine bestimmte Fallzahl von den einzelnen Virusvarianten, damit man statistisch relevante Ergebnisse sieht."

Novartis produziert auch für Biontech und Pfizer

Novartis soll für Curevac die Boten-RNA, auf der der Impfstoff basiert, und den vorformulierten Wirkstoff herstellen. Novartis unterstützt bereits Biontech und Pfizer bei der Impfstoff-Produktion. Das Corona-Vakzin der beiden Unternehmen soll im Novartis-Werk im schweizerischen Stein abgefüllt werden. Der Pharmariese aus Basel hatte sein Impfstoffgeschäft vor einigen Jahren an GlaxoSmithKline und CSL verkauft.

Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hatte das schnelle Prüfverfahren für den Curevac-Impfstoff Mitte Februar gestartet. Die Entscheidung beruht auf den vorläufigen Ergebnissen von Labortests und klinischen Studien. Daraus wird laut der EMA deutlich, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt.

Quelle: ntv.de, spl/dpa/rts/AFP