Wirtschaft

Ein Bankenriese für Europa Deutsche Bank und UBS träumten von Fusion

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Eine Allianz mit der Schweizer UBS könnte die Deutsche Bank vor den angekündigten schmerzhafen Einschnitten bewahren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutsche Bank und die Schweizer UBS liebäugeln lange mit einem Zusammenschluss. Die Idee: Ein europäischer Bankenriese könnte den US-Banken besser die Stirn bieten. Insider berichten, dass sogar eine Vollfusion im Gespräch war. Im Juni stocken die Gespräche an heiklen Details.

Die Deutsche Bank und die UBS haben dieses Jahr intensive Verhandlungen über einen Zusammenschluss geführt. Zuletzt haben die beiden Banken Mitte Juni über eine Allianz im Investmentbanking gesprochen, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen. Beide Seiten hätten sich aber nicht einigen können, da es bei einigen heiklen Themen keine gemeinsame Linie gegeben habe.

Die Informanten sagten weiter, Deutsche Bank und UBS sprächen seit Jahren über eine Fusion. Eine mit den Beratungen vertraute Person ergänzte, dass die Gespräche immer wieder unterbrochen worden, aber bisher nie ganz vom Tisch gewesen seien. Uneinigkeit habe es etwa bei der Frage gegeben, wie Kapital für ein zusammengelegtes Geschäft strukturiert und verteilt werden solle.

Die Gespräche zwischen den beiden größten Banken aus Deutschland und der Schweiz verdeutlichen, wie weit die europäischen Geldhäuser angesichts des schwierigen Umfelds für die Branche gehen würden. Belastet vom Niedrigzinsumfeld und der sich abschwächenden Konjunktur haben die Institute Schwierigkeiten, gegen die Wettbewerber vor allem aus Amerika zu bestehen. Die Deutsche Bank hatte zwischenzeitlich auch über eine Fusion mit dem zweitgrößten deutschen Geldhaus, der Commerzbank, verhandelt. Nach wochenlangen Gesprächen war die Idee im April verworfen worden.

Vollständige Fusion wurde im Mai geprüft

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Innerhalb der Deutschen Bank wurde eine Allianz mit der UBS als Möglichkeit gesehen, die Frankfurter Großbank vor anstehenden schmerzhaften Einschnitten zu bewahren, hieß es. Anfang dieses Jahres hätten die Banken über eine vollständige Fusion verhandelt, mit der ein europäischer Bankenriese entstanden wäre, der es besser mit den wichtigsten US-Rivalen wie JP Morgan Chase & Co und Goldman Sachs hätte aufnehmen können. Bloomberg berichtete im Mai, dass die beiden Banken eine Fusion kurzzeitig geprüft hätten. Über die Verhandlungen im Juni wurde bisher nicht berichtet.

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Europas Banken leiden noch immer unter den Folgen der Finanzkrise und Versäumnissen bei der Bereinigung ihrer Bilanzen. Nach den neuen Bankenregeln, die in den nächsten Jahren in Kraft treten werden, sind die europäischen Institute gezwungen, sich mit Problemen zu befassen, die US-Banken längst abgehakt haben - zum Beispiel mit ihrer internen Struktur und der Reduzierung ihrer Bilanzgröße. Der Rückzug europäischer Banken hat US-Instituten auch ein sattes Plus bei den Investmentbanking-Gebühren beschert.

Die Aktie der Schweizer Bank notiert aktuell nahe dem niedrigsten Stand, seitdem das Institut das Geschäft vor rund sieben Jahren restrukturiert hat. Die Aktie der Deutschen Bank notiert etwas über ihrem Allzeittief, das im August markiert wurde.

Quelle: n-tv.de, mau/DJ

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