Wirtschaft

Lira dennoch auf Talfahrt Erdogan feiert historischen Erdgasfund

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Recep Tayyip Erdogan winkt dem auslaufenden Bohrschiff "Fatih" zu.

(Foto: via REUTERS)

Die Bohrungen der Türkei im Schwarzen Meer sind offenbar erfolgreich. Präsident Erdogan spricht von den größten Erdgasfunden des Landes. Trotzdem verliert die Lira reichlich an Wert, denn Anleger hatten noch mehr erwartet. Auch Experten teilen die Euphorie nicht.

Die Türkei ist bei ihrer Suche nach Rohstoffen im Schwarzen Meer auf Erdgasvorkommen gestoßen. "Die Türkei hat die größte Erdgasentdeckung ihrer Geschichte im Schwarzen Meer gemacht", sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Istanbul. Das Bohrschiff "Fatih" habe ein Vorkommen mit 320 Milliarden Kubikmetern entdeckt. Ziel sei es, das Land im Jahr 2023 mit Gas aus dem Vorkommen zu versorgen, so Erdogan. Für Experten werfen die Funde aber vor allem Fragen auf.

Türkische Lira / Euro
Türkische Lira / Euro ,10

Die türkische Lira gab nach der Ankündigung nach. Vorherige Gewinne gingen vollständig verloren. Auch die Aktienmärkte sind unter Druck geraten. Händlern zufolge herrschte Unzufriedenheit, weil die doppelte Menge an Erdgas erwartet worden war. Das türkische Bohrschiff "Fatih" bohrt seit dem 20. Juli in der sogenannten Tuna-1-Zone im Schwarzen Meer. In einer Rede am Mittwoch hatte Erdogan angekündigt, "gute Nachrichten" verkünden zu wollen, mit denen die Türkei sich in eine "neue Ära" begebe.

Kostenfrage noch offen

Mit den neuen Funden könne die Türkei unter Umständen einen Teil ihres eigenen Bedarfs decken, sagte Simon Schulte vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln. "Zunächst ist aber die Frage, was kostet die Erschließung und Förderung des Gases da? So eine Entwicklung im Schwarzen Meer ist schwierig", sagte Schulte. Er verwies auf einen großen Fund Rumäniens in der Nähe des jetzigen Fundortes im Jahr 2012. Der sei bis heute noch nicht vollständig entwickelt.

Der türkische Energieexperte Necdet Pamir sagte, es sei zu früh, die Größe des Vorkommens verlässlich anzugeben. "Das braucht monatelange Arbeit." Hohe Erwartungen könnten in Enttäuschung enden. Die Türkei muss angesichts eines Mangels an eigenen Energiereserven einen Großteil des Bedarfs importieren. Sie ist einer der größten Abnehmer für russisches Erdgas. Die Türkei sucht auch im östlichen Mittelmeer nach Erdgasvorkommen, liegt dort aber mit Anrainern wie Zypern oder Griechenland über Kreuz.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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