Wirtschaft

Inflationssorgen in der Türkei Erdogan senkt Steuer auf Grundnahrungsmittel

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Mehl und Brot werden bereits mit nur einem Prozent besteuert, weitere Lebensmittel kommen nun dazu.

(Foto: imago images/NurPhoto)

Die Türkei ächzt unter der rasant steigenden Inflationsrate. Um dem entgegenzuwirken, senkt Präsident Erdogan die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel drastisch. Gleichzeitig will er die Bevölkerung damit besänftigen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat angesichts der hohen Inflation in seinem Land eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von acht auf ein Prozent angekündigt. Er erwarte, dass die Preise für Reis, Fleisch, Obst und Gemüse, Milchprodukte und Eier damit von Montag an um sieben Prozent fielen, sagte Erdogan in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Die Steuer auf Mehl und Brot betrage bereits ein Prozent. Die Inflation in der Türkei hatte sich zuletzt von extrem hohem Niveau aus weiter beschleunigt. Die Verbraucherpreise waren offiziellen Angaben zufolge im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 48,7 Prozent gestiegen.

Türkische Lira / Euro
Türkische Lira / Euro ,06

Das Land kämpft mit einer Währungskrise. Die Lira verliert immer weiter an Wert, was vor allem importierte Güter verteuert. Zum Jahreswechsel waren Energiepreise explodiert. Strompreise für Haushalte wurden etwa um 50 Prozent angehoben. Steigende Energiepreise sind weltweit ein Problem. In der Türkei kommt aber hinzu, dass Präsident Erdogan trotz der hohen Inflation auf Zinssenkungen beharrt - das heizt die Teuerung weiter an.

Auch Lebensmittel und Transporte waren zuletzt immer teurer geworden. Angesichts der Lage im Land wächst auch der Unmut bei den Menschen. Kürzlich kam es zu kleineren Protesten. Die größte Oppositionspartei CHP hatte am Mittwoch vor einer Verarmung vieler Menschen gewarnt.

Auch ausländische Investoren halten sich zurück. Die Ratingagentur Fitch hatte den Daumen über die Türkei gesenkt und ihre Bewertung für die langfristigen Verbindlichkeiten auf "B+" von "BB-" gesenkt. Damit rutscht die Türkei immer tiefer in den Ramsch-Bereich, in dem Anlagen als hochspekulativ gelten. Der Ausblick bleibe "negativ", teilte die US-Agentur mit. Es droht somit eine weitere Herabstufung.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/rts

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